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Lebensnah zeigen Comicstrips Diskriminierungserfahrungen auf ihrem Weg zum Recht

30.05.2023

Die neue Ausstellung Jetzt im Recht! Wege zur Gleichbehandlung – eine Kooperation des Volkskundemuseums am Paulustor mit der Gleichbehandlungsanwaltschaft – vermittelt, wie Gleichbehandlung im Alltag erkämpft wird. Ein umfangreiches Rahmenprogramm zur Ausstellung – Rundgänge, Workshops und Vorträge – sensibilisieren praxisnah für das Thema.

Vertreter*innen des Universalmuseums Joanneum und der Gleichbehandlungsanwaltschaft bei der Präsentation der Ausstellung: Josef Schrammel (kaufm. Dir. UMJ), Claudia Unger (Leiterin Volkskundemuseum am Paulustor), Sandra Konstatzky (Leiterin, Gleichbehandlungsanwaltschaft), Elke Lujansky-Lammer (Regionalleiterin, Gleichbehandlungsanwaltschaft Steiermark), Marko Mele (wissen. Dir. UMJ), v.l., Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Der Grundsatz „Alle Menschen sind gleich!“ ist auch in der Steiermark noch keine Realität für alle Menschen. Die Gleichbehandlungsanwaltschaft begleitet seit mehr als 30 Jahren Menschen mit Diskriminierungserfahrungen auf ihrem Weg zum Recht. In der Ausstellung erklären Comicstrips lebensnah und greifbar diese bewegten Fallgeschichten. Die Ausstellung, die erstmalig 2021/22 im Volkskundemuseum Wien zu sehen war,  zeigt Akten und Dokumente unterschiedlicher repräsentativer Fälle, die anhand einer Serie von Comicstrips illustriert werden, sowie ausgewählte Interviewausschnitte mit Betroffenen und Anwält*innen. Sie bietet Informationen über einen möglichen Beratungsverlauf in der Gleichbehandlungsanwaltschaft, von der ersten Kontaktaufnahme bis zum erfolgreichen Abschluss einer rechtlichen Intervention. Die Intention, Fälle in Form von Comics, die von Büke Schwarz gezeichnet wurden, darzustellen, soll diskriminierende Situationen und rechtliche Möglichkeiten nachvollziehbarer machen und dem Publikum zugleich den Bezug zu eigenen Erfahrungswelten und Perspektiven erleichtern.
„Ungleichbehandlung und deren Lösung, rechtliche Möglichkeiten für Betroffene und Bewusstseinsarbeit sind wichtige Arbeitsfelder der Gleichbehandlungsanwaltschaft. Als Museum können wir die Sichtbarkeit dieser Themen und den gesellschaftlichen Diskurs mitbetreiben und betonen. Das freut mich besonders, weil sich das Volkskundemuseum als gesellschaftsrelevanter Ort versteht und über die Ausstellung und das Begleitprogramm einen guten Beitrag leisten kann“, so Claudia Unger, Leiterin des Volkskundemuseums am Paulustor.

„Ziel der Ausstellung ist es, ein Verständnis für die Lebenswelt der Personen zu vermitteln, die – aufgrund der im Gleichbehandlungsgesetz geschützten Merkmale – Diskriminierung erfahren. Die Inhalte der Schau sind für jeden Menschen relevant und sollen auf die vielfältigen Ungerechtigkeiten und Fehler in der gegenseitigen Wahrnehmung und Behandlung aufmerksam machen“, so Sandra Konstatzky, Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft zur Ausstellung.

 

Zur Ausstellung wird ein reichhaltiges Vermittlungsprogramm angeboten. Dieses reicht von wöchentlichen Führungen bis zu Rundgängen für spezielle Zielgruppen, wie etwa Pädagog*innen. Wer sich praxisnah und unter Anleitung von Expert*innen weiter vertiefen möchte, hat außerdem die Möglichkeit, Workshops und Vorträge zu besuchen. „Darin wird es etwa um die Lebenssituation von Rom*nija in der Steiermark gehen und um den langen Kampf der LGBTQI+-Community um ihre Rechte in Österreich“, erklärt Elke Lujansky-Lammer, Regionalleiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft Steiermark.

Die neue Ausstellung im Volkskundemuseum wird morgen Abend eröffnet, begleitend zur Schau wird ein umfangreiches Vermittlungsprogramm geboten, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Die Arbeit der Gleichbehandlungsanwaltschaft in der Steiermark
Seit mehr als 22 Jahren ist das Regionalbüro Steiermark eine wichtige Anlaufstelle für Gleichbehandlung. Mit der Mandatserweiterung 2017 erhielt das Regionalbüro den Auftrag, neben geschlechterbezogener Diskriminierung auch Menschen zu unterstützen, die wegen ihres Alters, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Hautfarbe, ihrer kulturellen Zugehörigkeit sowie ihrer Religion und Weltanschauung Herabwürdigungen erfahren.

Im Jahr 2022 erhielt die Gleichbehandlungsanwaltschaft Steiermark weit mehr als 400 Anfragen zu Diskriminierungsfällen. Knapp die Hälfte (46 Prozent) betreffen benachteiligende Erfahrungen aufgrund des Geschlechts. Seit der Mandatserweiterung sind aber auch die Anfragen aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit im Regionalbüro Steiermark deutlich angestiegen. 2022 machen sie 35 Prozent aller Anfragen aus.

 

Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag dazu, das öffentliche Bewusstsein dafür zu stärken, dass Betroffene von Diskriminierung auch in der Steiermark bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft Unterstützung suchen können.

 

 

Kommende Veranstaltungen:

 

13.06.2023, 09:30-12:00 Uhr

Rassismus gegen Rom:nija

Mit Cornelia Pichler, Csilla Höfler (beide Caritas, Projekt EMRO) und Elke Lujansky-Lammer (GAW/RB Stmk)

 

18.06.2023, 17:00-21:00 Uhr
Ausstellungsführung mit  Elke Lujansky-Lammer und Storytelling: Meine Erfolgs-Geschichte gegen Diskriminierung
 

22.06.2023, 18:30 Uhr
Vortrag und Diskussion zum Thema Gleichberechtigung
Vortrag von Hans-Peter Weingand (RosaLila PantherInnen), Moderation: Elke Lujansky-Lammer

 

 

 

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Jetzt im Recht!
Wege zur Gleichbehandlung

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Gleichbehandlungsanwaltschaft

Eröffnung: 31.05.2023, 19 Uhr
Laufzeit: 01.06.2023–10.03.2024

Kuratiert von Johanna Zechner, Vanessa Spanbauer und Niko Wahl unter Mitarbeit der Gleichbehandlungsanwaltschaft
Volkskundemuseum am Paulustor, Paulustorgasse 11–13a, 8010 Graz

Weitere Informationen zum Programm:
www.volkskundemuseum-graz.at

 

 

Bildmaterial zum Download finden Sie in unserem Pressebereich unter: Jetzt im Recht!

 

 

 

 

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Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung!

 

 

 

Mit herzlichen Grüßen

 

 

Daniela Teuschler
+43/664/8017-9214, daniela.teuschler@museum-joanneum.at

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