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Frauen im Fokus: Ein Monat im Zeichen weiblicher Kunst, Geschichte und Gleichberechtigung im Universalmuseum Joanneum

 

Graz, am 26.02.2026

 

Im „Frauenmonat März“ setzt das Universalmuseum Joanneum einen Programmschwerpunkt, der im Zeichen des Weltfrauentags steht. Die Neue Galerie Graz, das Volkskundemuseum am Paulustor sowie das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark setzen Akzente, um weibliche Perspektiven, künstlerische Positionen und gesellschaftliche Handlungsspielräume sichtbar zu machen. Eine bemerkenswerte Frau steht im Mittelpunkt der Ausstellungsintervention im Museum für Geschichte: die Fotografin Terezija/Therese Mostler.

Ein bemerkenswertes Frauenleben zwischen sozialem Aufstieg, Prekarität und Selbstermächtigung: Das Foto zeigt Terezija/Therese Mostler in den 1950er-Jahren vor ihrer Holzhütte in Trate, die sie bis zu ihrem Tod 1961 bewohnte, Foto: Sammlung Sonja Bezjak (Museum des Wahnsinns)

Die Geschichte von Terezija/Therese Mostler: Fotografin und zweisprachige Steirerin
Die Serie „Sammlungen, weiblich gelesen“ wurde 2025 im Museum für Geschichte ins Leben gerufen und ist seither fixer Bestandteil des „Frauenmonats März“. Sie macht Frauen in den Foto-, Film- und Tonbeständen der Multimedialen Sammlungen sichtbar und richtet den Blick nun zum zweiten Mal auf bislang wenig beachtete Fotografinnen in der Steiermark. Ziel ist es, ihre Spuren zu sichern und ihre Lebensgeschichten zu rekonstruieren – denn viele Frauen waren im fotografischen Gewerbe tätig, wurden jedoch lange kaum wahrgenommen.

 

2026 steht die Lebensgeschichte der Fotografin Terezija/Therese Mostler im Rahmen einer kompakten Ausstellung im Mittelpunkt. Geboren auf dem Gebiet der slowenischen Štajerska nahe Celje/Cilli, betrieb sie ihr erstes Atelier in Ljubljana im Alter von 26 Jahren. Nach der Übersiedelung nach Mureck 1911 setzte sie diese Tätigkeit fort. Bald verschoben sich die politischen Grenzen. Doch die Fotografin bewegte sich weiterhin zwischen den Räumen, zwischen der slowenischen und der deutschen Sprache. Bis heute haben sich in Trate und Mureck Erinnerungen an Mostler erhalten. Sie galt als ungewöhnliche Frau, die selbstbewusst jenseits gesellschaftlicher Konventionen lebte.

 

Die Intervention im Museum für Geschichte versammelt verstreute Fotografien Mostlers aus der slowenischen Štajerska und der österreichischen Steiermark. Gezeigt werden Studio-Porträts ebenso wie Aufnahmen des sozialen Lebens – von Arbeitsszenen und Gesellschaften bis zu außergewöhnlichen Ereignissen im öffentlichen Raum. Ergänzt wird die Präsentation durch Porträts der Fotografin selbst, die Einblicke in ein bemerkenswertes Frauenleben zwischen sozialem Aufstieg, Prekarität und Selbstermächtigung geben.

Die Intervention erzählt die Geschichte der Fotografin Terezija/Therese Mostler und präsentiert eine Auswahl ihrer Arbeiten – hier: Frau Robatin mit Pferden, Mureck, 1913, Bild- und Tonarchiv/Sammlung Stadtmuseum Mureck

Die Intervention ist zweisprachig (Deutsch/Slowenisch) konzipiert und basiert auf Recherchen der grenzüberschreitenden Akteur*innen vom Museum des Wahnsinns/Muzej norosti in Schloss Obermureck/Grad Cmurek in Slowenien, das seit seiner Gründung 2013 versucht, Menschen auf beiden Seiten der Grenze zu verbinden. Ergänzt wird sie durch drei textile Arbeiten aus dem Community-Projekt „Igla v senu“ (Nadel im Heuhaufen): 2023 initiierte die Künstlerin Saša Bezjak ein gemeinsames Stickprojekt mit Menschen aus der Region Mureck/Cmurek auf Basis historischer Fotografien, u. a. von Terezija/Therese Mostler.

 

Eröffnet wird die Ausstellungsintervention, die von Sonja Bezjak und Elias Dorner (beide Museum des Wahnsinns) sowie Eva Tropper (Museum für Geschichte) kuratiert wird, am 4. März um 19 Uhr. Sie ist bis zum 29. März bei freiem Eintritt zu sehen. Mehr dazu

 

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Frauenrechte im Volkskundemuseum
Ausgehend vom Themenschwerpunkt „Menschenrechte“ in der Dauerausstellung Welten, Wandel, Perspektiven setzt sich das Volkskundemuseum am Paulustor am 7. März mit der Entwicklung der Frauenrechte auseinander. Anhand ausgewählter Biografien und Objekte werden verschiedene Facetten des Kampfes um Gleichberechtigung beleuchtet – von historischen Hürden bis hin zu mutigen Wegbereiterinnen. Mehr dazu

 

Von Mutterkreuzen und Widerstandskämpferinnen
Ein Rundgang am 8. März im Museum für Geschichte nimmt die Handlungsspielräume von Frauen in der NS-Zeit unter die Lupe. Anhand von Biografien aus der Ausstellung Warum? Der Nationalsozialismus in der Steiermark wird das Schicksal von Widerstandskämpferinnen und Verfolgten dem propagierten NS-Frauenbild der „deutschen Mutter“ gegenübergestellt. Mehr dazu

Jasmin Edegger und Katrin Ebner von der Kunstvermittlung der Neuen Galerie Graz geben im Rahmen der Führung am 8. März Einblicke in die Sammlung und thematisieren die Sichtbarkeit von Künstlerinnen im Kunstbetrieb, Foto: Universalmuseum Joanneum/Kunstvermittlung

Wer ist sichtbar? Künstlerinnen in der Sammlung der Neuen Galerie Graz
Die Ausstellung Selection in der Neuen Galerie Graz zeigt die Highlights aus der Sammlung. Hier stehen 14 Werke von Künstlerinnen 55 Werken männlicher Künstler gegenüber. „Do Women Have To Be Naked To Get Into the Met-Museum?“, fragten die Guerilla Girls schon 1989 – eine Frage, die auch heute noch relevant ist. Wie wird mit der jahrhundertealten Ungerechtigkeit im Kunstbetrieb umgegangen? Werden marginalisierte Personen immer noch übersehen? Diesen Fragen wird bei der Führung am 8. März auf den Grund gegangen. Mehr dazu

 

Feministische Kunst im Grazer Stadtraum
Das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark lädt am 11. März zu einer dialogischen Führung mit der Künstlerin Veronika Dreier ein. Dreier zählt zu den Pionierinnen feministischer Kunst in Österreich und war Mitbegründerin der Zeitschrift Eva & Co. Der Rundgang führt zu zentralen Projekten wie Dreiers Mahnmal am Kapistran-Pieller-Platz, den WOMENT! 20+03-Tafeln von Sabina Hörtner oder dem Ehrenring von Barbara Edlinger. Die Tour macht sichtbar, wie weibliche Perspektiven im oft männlich dominierten Stadtraum verhandelt, verdrängt oder neu eingeschrieben werden. Mehr dazu

 

 

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Bildmaterial zur Intervention und den einzelnen Veranstaltungen finden Sie hier: FRAUENMONAT MÄRZ 

 

Einen Überblick über die Veranstaltungen im Rahmen des „Frauenmonats März“ finden Sie hier: www.museum-joanneum.at/frauenmonat 

 

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Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gern zur Verfügung!

 

 

Mit herzlichen Grüßen

 

 Daniela Teuschler
+43/664/8017-9214, daniela.teuschler@museum-joanneum.at

Stephanie Liebmann
+43/664/8017-9213, stephanie.liebmann@museum-joanneum.at

Eva Sappl
+43/699/1780-9002, eva.sappl@museum-joanneum.at