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Graz, 09.03.2026
In Kürze ist es so weit: Pünktlich zum Frühlingsbeginn blühen Universalmuseum Joanneum und Kunsthaus Graz auf. Mit dem Jahresthema BLOOM bieten die Standorte und Museen in Graz und der Steiermark insgesamt 10 Ausstellungen, die sich mit der Blume aus unterschiedlichen Perspektiven beschäftigen. Ein umfangreiches Programm – Führungen, Workshops, Performances und zahlreiche weitere Formate – erwartet die Besucher*innen von März bis November 2026.
Den Anfang des BLOOM-Reigens bildet die Doppeleröffnung im Kunsthaus Graz am 20. März. Die Vorbereitungen für dieses spartenübergreifende Großprojekt laufen derzeit auf Hochtouren. Zeit für einen Blick hinter die Kulissen.
Von der Idee bis zur Eröffnung einer Ausstellung ist es ein intensiver, interdisziplinärer Prozess, bei dem kuratorische, gestalterische, technische und organisatorische Kompetenzen und vieles mehr Hand in Hand gehen. In weniger als zwei Wochen eröffnet das Kunsthaus Graz als erstes Haus im Rahmen des Jahresthemas BLOOM gleich zwei Ausstellungen. Das museenübergreifende Großprojekt, an dem seit 2024 gearbeitet wird, verbindet Natur, Kultur und Kunst. „Das Universalmuseum Joanneum vereint nicht nur einen herausragenden Schatz an Sammlungen, sondern auch die umfassende Expertise unserer Kolleg*innen in unterschiedlichsten Fachbereichen – von der Naturkunde über Kulturgeschichte bis zur zeitgenössischen Kunst. Mit unserem Jahresthema BLOOM machen wir diese beeindruckende Vielfalt entlang eines verbindenden Leitmotivs sichtbar. Wir sind überzeugt, damit jeder Besucherin und jedem Besucher inspirierende Zugänge und neue Perspektiven eröffnen zu können“, so der wissenschaftliche Geschäftsführer Marko Mele.
Beinahe alle Standorte des Universalmuseums Joanneum sind beteiligt und werden von März bis November in 10 Ausstellungen ganz unterschiedliche Zugänge zur Blume präsentieren. Kunstinterventionen an allen BLOOM-Standorte spannen zusätzlich einen Bogen über die Museen. Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm und zahlreiche Veranstaltungsformate werden dazu einladen, sich mit dem Thema auseinandersetzen. Den Programmhöhepunkt bildet „BLOOMen im Juni“.
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Im Kunsthaus Graz wird derzeit intensiv gearbeitet: Ab 20. März wird sich das gesamte Haus ganz der Blume widmen, Foto: Kunsthaus Graz/J.J. Kucek
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„BLOOM ist ein Projekt des Universalmuseums Joanneum und des Kunsthauses Graz – ein Vielspartenprojekt, in dem die Geste des Verbindens im Zentrum steht. Die Blume lädt alle zum Austausch ein. Das Gemeinsam-Sein steht hier im Vordergrund und das zieht sich durch vom gemeinsamen Kuratieren bis zum breiten Vermitteln über die Häuser und Sparten hinweg. Mit dem Auftakt im Kunsthaus Graz geht’s tief hinein in die vielen Beziehungen zwischen Menschen und Blumen – es wird das Haus vom Foyer bis zum Dach bespielt – Architektur, Kunst und das Thema selbst werden dabei sinnbildlich miteinander verwachsen und machen das gesamte Gebäude zu einem lebendigen Organismus dieses facettenreichen Jahresthemas“, so Katrin Bucher Trantow, Chefkuratorin des Kunsthauses Graz und Projektleiterin.
Wer dieser Tage das Kunsthaus Graz besucht, kann wie gewohnt den Ausblick von der Needle über die Dachlandschaft der Stadt genießen sowie zwei Kunstinterventionen sehen: in der Needle Cemra. Ziamliačka und im Untergeschoss Michael Gülzow. Das Tor zur Unwirklichkeit, eine Kooperation mit der Diagonale '26. Hinter den Türen zu den beiden großen Ausstellungsflächen herrscht reges Treiben, gilt es doch, gleich zwei Ausstellungen vorzubereiten. Auch im Außenbereich weist schon vieles auf die kommende Eröffnung hin. Bevor Objekte, Präparate, Grafiken und Kunstwerke ihren Platz in der Ausstellung finden, müssen sie vorbereitet werden. Ein Großteil dieser Arbeit passiert im Studien- und Sammlungszentrum des Universalmuseums Joanneum.
Wie Pflanzen zu Ausstellungsobjekten werden Die Ausstellung Blümchensex. Das bunte Treiben der Pflanzen bringt ab Mitte April im Naturkundemuseum im Joanneumsviertel Aufklärung über das vielfältige und überraschende Liebesleben der Pflanzen. Diese wurden im Freiland gesammelt und für die Präparation vorbereitet: Ein erster Schritt ist das Einbetten der Pflanzen in Silikagel, ein Trockenmittel. Je nach Beschaffenheit werden sie in Teilen oder als ganze Pflanze eingebettet. Dieser Prozess dauert zwei bis drei Stunden und erfordert große Genauigkeit: Die Pflanzen werden gereinigt und fotografisch dokumentiert, um ihre ursprüngliche Form und Farbigkeit später möglichst authentisch rekonstruieren zu können. Nach der Trocknung werden die Pflanzen vorsichtig entnommen und koloriert. Mit Ölfarben und Verdünnungsmittel wird ihre natürliche Farbe wiederhergestellt. Wichtigstes Werkzeug ist der Pinsel; zum Fixieren einzelner Pflanzenteile wird auch Sekundenkleber verwendet.
Die Pflanzenpräparatorin Elke McCullough, eine studierte Biologin, hat sich in den vergangenen acht Jahren umfangreiche Erfahrung in dieser spezialisierten Technik angeeignet. Für die Ausstellung wurden insgesamt 26 Pflanzenarten präpariert. Ergänzt wird die Präsentation unter anderem durch ein weiteres Exponat: das Taubenschwänzchen – ein Schmetterling, der häufig beim Nektarsammeln an Blüten zu beobachten ist. Auch dieses hat McCullough in einem aufwendigen Verfahren für die Ausstellung präpariert.
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Wissenschaft trifft hier auf Kunsthandwerk: Biologin Elke McCullough beim Kolorieren eines Sonnenauges (Heliopsis helianthoides) für die Ausstellung "Blümchensex. Das bunte Treiben der Pflanzen", Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek
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Ein weiter Weg: vom Depot in die Ausstellung Auch das Team der Restaurierung am Universalmuseum Joanneum hat derzeit alle Hände voll zu tun, denn es ist in alle Ausstellungen des BLOOM-Programms eingebunden. Zu den zentralen Aufgaben gehören die konservatorische und restauratorische Betreuung der Sammlungen und Depots, das Schädlingsmonitoring sowie die Behandlung kontaminierter Objekte im Studien- und Sammlungszentrum. Zudem begleitet das Team den Leihverkehr, berät bei Ausstellungsobjekten und bereitet Exponate in den museumseigenen Werkstätten präsentationsfähig auf. Alle Zustände und Maßnahmen werden dabei dokumentiert.
Derzeit arbeitet Tanja Gasser, Leiterin der Restaurierung, an Exponaten für die Ausstellung Analytische Schönheit, die ab Mitte April in der Neuen Galerie Graz zu sehen sein wird. Ausgangspunkt ist die Werkliste der Ausstellung – in diesem Fall Grafiken von Ludwig Lormstein. Nach dem Ausheben aus dem Depot prüft und bearbeitet Tanja Gasser die Arbeiten in der Werkstatt konservatorisch: Sie reinigt die Oberflächen und behandelt Risse, Flecken oder Fehlstellen. Leimrückstände auf der Rückseite löst sie mit Feuchtigkeit; anschließend beschwert sie die Blätter, um ein Wellen des Papiers zu verhindern. Zum Abschluss werden die Grafiken passepartouriert, gerahmt und für den Transport vorbereitet. Bei Leihgaben gehört auch die Prüfung der Leihfähigkeit zu den Aufgaben der Restaurator*innen. Der gesamte Prozess wird bis zur Hängung der Werke begleitet.
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Rund 300 Grafiken für die Ausstellung "Analytische Schönheit" in der Neuen Galerie Graz gehen derzeit durch die Hände von Tanja Gasser, Leiterin der Restaurierung am Universalmuseum Joanneum, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek
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Intensive Vorbereitungsarbeiten an allen BLOOM-Standorten Schloss Stainz ist ebenso intensiv mit den Vorbereitungen für die Ausstellung Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue beschäftigt, insbesondere mit der Abwicklung vom Transport von Objekten – Leihgaben aus Wien, die im Landwirtschaftsmuseum zu sehen sein werden. Blume persönlich. Von Mythen, Symbolen, Duft und Liebe lautet der Titel der Ausstellung in Schloss Trautenfels. Derzeit wird ein Symphonion – ein historisches, mechanisches Musikinstrument aus dem späten 19. Jahrhundert – vorbereitet. Die Restaurierung ist bereits abgeschlossen, nun werden Tonaufnahmen erstellt, um die Originalstücke in der Ausstellung für die Besucher*innen hörbar zu machen. Lilie, Rose, Alpenblumen, Palmen, Lorbeerkränze: Mehr als 200 Münzen und Banknoten mit Blumen- und Pflanzenmotiven wurden für die Ausstellung Die blühende Sprache des Geldes im Münzkabinett im Vorfeld recherchiert, geprüft und thematisch gebündelt – von der Konstruktion nationaler Identitäten bis zur Schönheit der Natur. Im Österreichischen Skulpturenpark in Premstätten heißt es ebenfalls: Auf in den Frühling! Die Kunstwerke werden ausgewintert. Zum Schutz vor den kalten Temperaturen, Schnee, Eis und Regen waren diese über die Wintermonate mit Planen verhüllt. Zudem werden rund 200 Setzlinge gepflanzt: Sträucher, Nadelhölzer und Blumen wie Aster, Geranium und Heiligenkraut für Bienen und andere Bestäuber. Und: Die Künstlerin Daniela Brasil beginnt mit ihrer Arbeit vor Ort am BLOOM-Projekt Ver/Ent/Wurzelungen. Bereits vergangenes Jahr wurde im Österreichischen Freilichtmuseum Stübing die alte Heilpflanze Alant in einem Testlauf angepflanzt, um die diesjährige Verwendung im Rahmen des Themas Blühende Medizin. Von der vielfältigen Kraft der Pflanzen sorgfältig zu prüfen und weiterzuentwickeln. Das Ergebnis: Die Pflanze ist kräftig gewachsen und hat sich unter den heutigen klimatischen Bedingungen bestens etabliert.
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Universalmuseum Joanneum und Kunsthaus Graz
BLOOM 1 Thema, 8 Standorte, 10 Ausstellungen www.museum-bloom.at
BLOOM-Auftakt mit der Doppeleröffnung im Kunsthaus Graz am 20. März, 18 Uhr 30 % Löwenzahn und Hybrid Pleasures. Helen Chadwick Supported by Liesl Raff www.kunsthausgraz.at
Weitere Informationen zum Jahresschwerpunkt BLOOM und zu den Ausstellungen sowie weiteres Bildmaterial zum Download finden Sie hier: BLOOM
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Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gern zur Verfügung!
Mit herzlichen Grüßen
Daniela Teuschler +43/664/8017-9214, daniela.teuschler@museum-joanneum.at
Stephanie Liebmann +43/664/8017-9213, stephanie.liebmann@museum-joanneum.at
Eva Sappl +43/699/1780-9002, eva.sappl@museum-joanneum.at
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