|
|
|
|
|
|
Graz, 20.05.2026
Bereits im antiken Griechenland wurden Blumen und Pflanzen auf Münzen dargestellt. Diese Tradition der Darstellung von floralen Motiven auf Münzen lässt sich über das Mittelalter bis in die Neuzeit weiterverfolgen. Auch auf Banknoten sind Blumen oder Pflanzen beliebte Motive. Die Ausstellung Die blühende Sprache des Geldes im Rahmen des Jahresschwerpunktes BLOOM bietet einen Überblick über Münzen und Banknoten mit Blumen- und Pflanzenbildern von der griechischen Antike bis zum Euro und entschlüsselt die Botschaften, die in diesen Darstellungen stecken.
|
|
Karl Peitler, Leiter des Münzkabinetts und Kurator der Ausstellung (links) und Marc Philipp Wahl, Co-Kurator der Ausstellung (rechts) mit dem Künstler Ryts Monet, der zeitgenössische Interventionen für das Münzkabinett gestaltete, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Die in der Ausstellung gezeigten Münzen mit floralen Motiven stammen nicht nur aus Europa, sondern auch aus Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien. Es ist ein weiter Blick auf die faszinierende Vielfalt des Geldes, der sich in der Ausstellung auftut. Drachmen aus dem antiken Griechenland mit Rosen, Efeukränzen und Olivenzweigen gesellen sich zu Yen-Münzen aus Japan mit der Chrysantheme, Cent-Münzen aus dem südamerikanischen Guyana mit der Riesenseerose, einer Pence-Münze aus Südafrika mit der Protea-Blume oder einer 20-Sene-Münze mit dem Roten Ingwer aus Samoa in der Südsee.
Blumenbilder auf Münzen transportieren eine Fülle von Botschaften, in denen es um Macht Herrschaft, Repräsentation, Tradition, Identitätskonstruktionen, aber auch um Einzigartigkeit und Schönheit geht.
In Österreich lassen sich der Enzian und das Edelweiß auf den Münzen von der Zweiten Republik bis in die Erste Republik zurückverfolgen: So umrahmt ein Kranz aus Edelweißblüten auf den 10-Groschen-Münze die Nominalangabe und die Jahreszahlen 1925, 1928 und 1929, während der Enzian die 50-Groschen-Münze und das Edelweiß die 1-Schilling-Münze der Zweiten Republik zieren. Die heutigen Euro-Münzen Österreichs greifen diese florale Motivik auf, indem sie mit Enzian, Alpenprimel und Edelweiß jene Blumen zeigen, die in Österreich zu Symbolen der alpinen Natur und landschaftlichen Schönheit geworden sind.
Ein repräsentatives Beispiel für eine offizielle Nationalblume, die gezielt als staatliches Symbol eingesetzt wird und sowohl Münzen als auch Banknoten schmückt, ist die Hibiskus-Blüte in Malaysia, deren fünf Blütenblätter die fünf nationalen Prinzipien des südostasiatischen Staates versinnbildlichen: Glaube an Gott, Loyalität zum König und Land, Vorrang der Verfassung, Rechtsstaatlichkeit und moralisches Verhalten. In Japan ist die Chrysantheme nicht nur die Nationalblume, sondern auch das Symbol des Kaiserhauses, das für Langlebigkeit und Glück steht, und hat so Eingang in die Münzprägung des historischen Japans gefunden.
|
|
Die Ausstellung "Die blühende Sprache des Geldes" bietet einen Überblick über Münzen und Banknoten mit Blumen- und Pflanzenbildern von der griechischen Antike bis zum Euro und entschlüsselt die Botschaften, die in diesen Darstellungen stecken, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Ein – im wahrsten Sinne des Wortes – tief verwurzeltes Nationalsymbol Deutschlands ist die Eiche – kein Wunder, dass ihre Zweige nicht nur die gegenwärtigen 1-, 2- und 5-Cent-Münzen Deutschlands, sondern bereits die Deutsche Mark zieren.
Voller Stolz zeigen Staaten auf ihren Münzen Blumen, die ausschließlich auf ihrem Gebiet vorkommen. Solche endemischen, also weltweit nur an einem Ort vorkommenden Gewächse sind z. B. die zu den Doldenblütlern gehörige Hladnikia pastinacifolia auf der 2-Euro-Münze von Slowenien des Jahres 2010 oder die Blüte des Kōwhai-Baumes, die auf den 2-Cent-Münzen Neuseelands dargestellt ist und es sogar bis zur inoffiziellen Nationalblume dieses Pazifikstaates gebracht hat. Ähnlich verhält es sich mit der Riesenseerose, die für Guyana charakteristisch ist und auf den 1- und 5-Cent-Münzen dieses südamerikanischen Staates zu sehen ist.
Die Sprache des Geldes aus künstlerischer Sicht In der Schau treten die 240 ausgestellten Münzen und Banknoten mit Kunstwerken und Interventionen von Ryts Monet in Dialog. Der aus Italien stammende und in Wien lebende Künstler befasst sich in seinen Arbeiten immer wieder mit der Ikonografie des Geldes und untersucht die wandelbare Aneignung und Identifikation der Blume auf Münzen und Banknoten. Ryts Monets Auseinandersetzung mit dem Thema Geld, mit Münzen und Banknoten ist eine philosophische und kulturkritische, die eines scharfsinnigen Analytikers, der der vielschichtigen Bildersprache des Geldes auf den Grund geht.
Im Rahmen der Ausstellung finden auch regelmäßig Überblicksführungen statt. Spezielle Themenrundgänge legen den Fokus auf einzelne Aspekte oder kombinieren Inhalte mit anderen Museen hier am Standort, wie die Führung „Floras geheime Botschaften“ am 28. Juni durch die Ausstellung und die Prunkräume, bei der antike Mythen und ihre Verbindung zu Blumen und Pflanzen im Vordergrund stehen.
|
|
Für das Münzkabinett und die Ausstellung „Die blühende Sprache des Geldes" schuf Ryts Monet u. a. "Fleur de Sal" (2026), wo Salzkrusten auf florale Münzmotive übertragen werden und Salz als historisches Zahlungsmittel mit natürlichen Kristallisationsprozessen verbinden, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek © Bildrecht Wien, 2026
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Im Rahmen von BLOOM gibt es am Standort Schloss Eggenberg auch über das Münzkabinett hinaus ein vielfältiges Vermittlungs- und Rahmenprogramm – in der Alten Galerie, den Prunkräumen und im Schlosspark.
Teure Blüten in der Alten Galerie
Ob prachtvolle Bouquets in barocken Stillleben oder oft unscheinbare Blüten im Bild religiöser Szenen mittelalterlicher Tafeln – Blumen spielen in der Kunst der Alten Meister eine bedeutende Rolle. Sie stehen nicht nur für Schönheit und Naturbeobachtung, sondern vielfach für tiefere symbolische Aussagen über Leben, Tod und Vergänglichkeit.
Das Programm der Kunst- und Kulturvermittlung greift in unterschiedlichen Formaten wie Kurz- und Themenführungen ausgewählte Werke aus der Sammlung auf, um vielfältige Sprache der Blumenmotive und die Bildsprache der Alten Meister zu entschlüsseln.
Blühendes Zeitalter im Eggenberger Schlosspark
Ein neues blühendes Zeitalter verkündet Jupiter in einem der Deckengemälde von Schloss Eggenberg. Ob am Rosenhügel, im Planetengarten oder in den Prunkräumen. Schloss Eggenberg lädt an unterschiedlichen Orten dazu ein, die Faszination für blühende Gärten und die Bedeutung von kostbaren Blumen im Barock und Biedermeier zu entdecken. Ein besonderes Highlight sind die Führungen zu Rosenblüte von Mitte Mai bis Mitte Juni, die von der Geschichte und Kultur dieser Blumen erzählen.
Themenführungen beleuchten die Geschichte des Schlossparks: seine Verwandlung im Laufe der Zeit, aber auch die Verflechtungen zwischen Handel, Expeditionen und den Pflanzen, die Europa und fürstliche Gärten eroberten – etwa bei „Auf den Spuren der Pflanzenjäger durch den Schlosspark" (7. Juni). In den Prunkräumen von Schloss Eggenberg zeigt die Führung „Lebendiges Gartendenkmal" (14. Juni) anhand von Deckengemälden und Raumgestaltung die Geschichte des Schlossparks.
|
|
Viel Florales bietet der gesamte Standort Schloss Eggenberg im Rahmen des Jahresthemas BLOOM im Universalmuseum Joanneum und Kunsthaus Graz. Josef Schrammel (kaufmännischer Geschäftsführer UMJ), Karl Peitler (Kurator und Leiter des Münzkabinetts), Paul Schuster (Leiter Schloss Eggenberg), Künstler Ryts Monet, Marc Philipp Wahl (Co-Kurator), Karin Leitner-Ruhe (Leiterin der Sammlung der Alten Galerie), Claudia Ertl (Leiterin der Vermittlung Standort Schloss Eggenberg) und Marko Mele (wissenschaftlicher Geschäftsführer UMJ), v.l., Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J.Kucek
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
BLOOM-Tag in Schloss Eggenberg
Am Samstag, 06. Juni 2026, dreht sich alles um Blumen und Pflanzen. Themenführungen zeigen dabei die Vielfalt dieses Themas in den Sammlungen am Standort Schloss Eggenberg. Im Rabennest gibt es für Kinder und Familien ein eigenes Programm, bei dem kreativ gearbeitet werden kann. Eintritt frei.
_____________________
Die blühende Sprache des Geldes Florale Motive auf Münzen und Banknoten
Eröffnung: 21.05.2026, 19 Uhr Laufzeit: 22.05.–31.10.2026 Kuratiert von Karl Peitler und Marc Philipp Wahl
Münzkabinett, Schloss Eggenberg, Eggenberger Allee 90, 8020 Graz
www.muenzkabinett.at
Bildmaterial zum Download finden Sie hier: MÜNZKABINETT UND SCHLOSS EGGENBERG
Die Ausstellung ist Teil des Jahresschwerpunkts BLOOM im Universalmuseum Joanneum und Kunsthaus Graz, weitere Informationen finden Sie hier: museum-bloom.at
_____________________
Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gern zur Verfügung!
Mit herzlichen Grüßen
Daniela Teuschler +43/664/8017 9214, daniela.teuschler@museum-joanneum.at
Stephanie Liebmann +43/664/8017-9213, stephanie.liebmann@museum-joanneum.at
Eva Sappl +43/699/1780-9002, eva.sappl@museum-joanneum.at
|
|
|
|
|
|
|
|