Von der Länge der Nacht und dem Segen des Petroleums

Foto: UMJ/ N. Lackner

Spanhalter Petroleumlampe


"Im Winter ist’s um fünfe finster. Früher hat es ja auf dem Land kein Licht auf dem Hof oder Straßenlaternen gegeben. Aber in der Stube, da war’s hell. Wie hell, das war davon abhängig, was drinnen getan worden ist. Die Frauen wollten immer viel Licht haben, wenn eine gestickt hat oder eine andere feine Arbeit gemacht hat. Zum Spinnen und Stricken haben sie nicht so viel sehen müssen. Das geht ja mehr nach Gefühl.

Für die Kienspäne nimmt man am besten Kiefern- oder Fichtenholz, und zwar eines, wo die Rinde verletzt ist. Denn da ist besonders viel Harz drin. Wenn man viel Licht gebraucht hat, hat man den Span an’zunden und mit der Flamme nach unten in den Halter gesteckt. Wenn man nur so zusammengesessen ist, hat es ja nicht so hell sein müssen. Da hat man den Span so rein’geben, dass er von oben brennt. Da ist dann die Flamme kleiner und das Holz verbrennt langsamer. Wie bei den Zündhölzern.

Und dann sind die Petroleumlampen auf’kommen. Das war ganz was anderes. Da war gleich der ganze Raum viel heller, wegen dem Glasschirm. Putzen hat man den halt müssen, wenn Ruß drauf war. Und wie hell es hat werden sollen, das hat man mit dem kleinen Radl reguliert. Damit geht der Docht hinauf und hinunter. Gerochen hat das Petroleum nicht gut, aber wir sind länger beinander g’sessen am Abend, weil wir besser gesehen haben und nicht so früh müd’ g’wesen sind."

Hörstation Konzept und Texte: Eine fiktive Erzählung über gewöhnliche Dinge des Alltags von Eva Kreissl und Roswitha Orac-Stipperger

Volkskundemuseum

Paulustorgasse 11-13a
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9900
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Öffnungszeiten
03. April bis 06. Jänner 2020 Mi-So, Feiertag 14 - 18 Uhr


Führungen für Gruppen  und Schulklassen
Di-Fr von 03. April 2019 bis 06. Jänner 2020 auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Voranmeldung

Das Volkskundemuseum wird im Zuge der STEIERMARK SCHAU 2021 neu aufgestellt und ist daher von 07.01.2020 bis 09.04.2021 wegen Umbauarbeiten vorübergehend geschlossen und nur bei verschiedenen Veranstaltungen zugänglich.

 

 

6. Jänner 2020

24. bis 25. Dezember
1. Jänner 2020