Von den kleinen Freuden und der ausgleichenden Gerechtigkeit

Foto: UMJ/ N. Lackner

Dominospiel, Fuchs-und-Henne-Spiel, Doppeldeutsche Spielkarten


Am Sonntag oder am Abend, wenn keine Arbeit mehr war, haben wir in der Stube gespielt. Irgendein Spiel hat fast a jeder g’habt, Karten oder sogar ein Dominospiel. Da hat man sich ein bisserl die Zeit vertrieben. „Fuchs und Henn“, das hab ich am besten können – egal, ob ich der Fuchs war oder die Hennen. Wenn du den ganzen Tag herumgeschickt wirst und jeder schafft dir was an, dann tut es schon gut, wenn man denen am Abend zeigt, dass man nicht so deppert ist, auch wenn man am Hof nix zählt.

Die Bauern, ja die sind schon öfter auch ins Wirtshaus gegangen, aber unsereiner hat für das ja kein Geld gehabt. Ein Krügl Bier, das war ja ein kleines Vermögen wert. Im Wirtshaus ist viel Karten gespielt worden, geschnapst haben die Männer halt. Wenn wir Dienstleut’ dann auch einmal ins Wirtshaus gangen sind, haben die Männer auch mit den Bauern Karten gespielt. Meistens um einen Schnaps oder ein Bier, aber manches Mal auch um Geld. Da hat sich so mancher seinen Lohn ganz schön aufbessert. Aber es waren auch welche, die haben alles verspielt, was sie gehabt haben. Bei den Bauern hat dann auch schon einmal a Pferd den Besitzer gewechselt. Und a Bauer, der war aus dem Nachbarort, der hat seinen ganzen Hof verspielt.

Hörstation Konzept und Texte: Eine fiktive Erzählung über gewöhnliche Dinge des Alltags von Eva Kreissl und Roswitha Orac-Stipperger

Volkskundemuseum

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03. April bis 06. Jänner 2020 Mi-So, Feiertag 14 - 18 Uhr


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Di-Fr von 24. März bis 30. Dezember 2018 und
Di-Fr von 3. April bis 6. Jänner 2020
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