Baugeschichte Schloss Trautenfels

Anfänge im Mittelalter

Mächtig überragt der imposante Bau mit seinen markanten Wehrbasteien den Talboden. An dieser Stelle ist 1261 erstmals eine Burg namens Neuhaus genannt. Die landesfürstliche Burg kam im 13. Jahrhundert in den Besitz des Erzbistums Salzburg. In kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Erzbischof und dem steirischen Landesfürsten wurde die Burg am Ende des 13. Jahrhunderts erobert und zerstört.

Nach dem Wiederaufbau erlangte Neuhaus unter der Familie Hoffmann wieder größere Bedeutung. Während der Reformation entwickelte sich die Burg zu einem Zentrum des neuen Glaubens. Zeugen davon sind die Reste der unweit des Schlosses gelegenen, im Jahre 1599 zerstörten evangelischen Kirche, deren Grundmauern in den Jahren 1991/1992 freigelegt bzw. rekonstruiert wurden. 

Foto: UMJ

Die Zeit des Barock

Im Jahr 1664 kaufte der Landeshauptmann Siegmund Friedrich von Trauttmansdorff die Herrschaft Neuhaus im Ennstal. Das Schloss erhielt nun den Namen „Trautenfels“ und blieb 150 Jahre lang im Besitz der Familie Trauttmansdorff.

Umbau und Neuausstattung: Der Marmorsaal

Siegmund Friedrich ließ das Schloss völlig umbauen und neu ausstatten. Durch die Zusammenziehung von zwei Geschossen entstand ein repräsentativer Raum, der Marmorsaal. Die Fresken in diesem großen Saal und zwei weiteren Räumen im ersten Obergeschoss sowie in der Schlosskapelle stammen von den damals bekanntesten in den österreichischen Erblanden arbeitenden Meistern der Dekorationskunst, Carpoforo Tencalla und Alessandro Sereni.

Foto: Ernst Reichenfelser

Das 19. Jahrhundert

Nach zahlreichen Besitzerwechseln kaufte Graf Josef Lamberg 1878 Schloss Trautenfels. Durch die Mitgift seiner Frau Anna, der Tochter des Steyrer Waffenproduzenten Josef Werndl, und mit seinem eigenen Vermögen war es möglich, das damals ziemlich vernachlässigte Gebäude zu restaurieren und wohnlich auszustatten. 

Restaurierung und Neuausstattung: Das Jagdzimmer des Schlossherrn

Geweihmöbel waren eine Mode des 19. Jahrhunderts. Graf Josef Lamberg ließ diese Jagdzimmereinrichtung wohl bei einem regionalen Handwerker anfertigen. Die sorgfältige mosaikartige Verarbeitung ist ihr besonderes Merkmal.

Foto: Ernst Reichenfelser

Das 20. Jahrhundert

Nach dem Tod des Grafen im Jahre 1904 führte seine Gattin Anna den Besitz weiter. Aufgrund wirtschaftlicher Probleme verkaufte sie das Schloss im Jahr 1941 an die Deutsche Reichspost. Das geplante Erholungs- bzw. Postkongressheim wurde aufgrund der Wirren des Zweiten Weltkriegs nicht umgesetzt. Nach Kriegsende ging die Liegenschaft in den Besitz der Republik Österreich über, die das Schloss 1959 an das steirische Jugendherbergswerk verkaufte. 

In den 1950er-Jahren erfolgte der Aufbau eines Regionalmuseums für das steirische Ennstal und das Ausseerland als eine Abteilung des Joanneums.

Die Jugendherberge und die seit 1969 in einigen Räumen untergebrachte Land- und forstwirtschaftliche Berufsschule wurden aufgrund baulicher Mängel im Herbst 1982 geschlossen.

Schloss Trautenfels wird in den Besitz der Gemeinde Pürgg-Trautenfels übernommen. Der Verein Schloss Trautenfels wird gegründet.

Im Zuge der Gemeindestrukturreform wurden die Gemeinden Pürgg-Trautenfels und Stainach mit 01.01.2015 zur Gemeinde Stainach-Pürgg zusammengelegt, in deren Besitz sich Schloss Trautenfels heute befindet. Sie vermietet das Bauwerk an das Universalmuseum Joanneum. Das Joanneum ist für die Erhaltung und Verwaltung des Gebäudes verantwortlich. Das gesamte Schloss wird als Museum und für Kulturveranstaltungen genutzt und ist mitsamt dem Aussichtsturm für Besucherinnen und Besucher zugänglich.

Elemente moderner Architektur in der historischen Bausubstanz: Der große Lichthof und die Stiege in den Aussichtsturm

Die Generalsanierung erfolgte in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt in den Jahren 1990 bis 1992 nach den Plänen von Architekt Manfred Wolff-Plottegg. Ein Rundgang durch das Gebäude spiegelt 750 Jahre Geschichte, Architektur und Kulturgeschichte wider, Elemente moderner Architektur überraschen in der historischen Bausubstanz.

Foto: UMJ/ N. Lackner
Foto: UMJ/N. Lackner
Foto: Ernst Reichenfelser

Das 21. Jahrhundert

In den Jahren 2009 und 2010 kam es zu einer umfassenden Sanierung der Basteimauer nach dem System der selbsttragenden Erdvernagelung, zur Neugestaltung des Schlosshofes und zur Installation einer stimmungsvollen Außenbeleuchtung. Schloss Trautenfels präsentiert sich heute für Tausende Besucherinnen und Besucher als bauliches Kleinod und als kulturelles Zentrum für das mittlere Ennstal.

Foto: K. Krenn

Schloss Trautenfels

Trautenfels 1
8951 Stainach-Pürgg, Österreich
T +43-3682/222 33
trautenfels@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
24. März bis 04. November Mo-So, Feiertag 10 - 17 Uhr
13. April 2019 bis 31. Oktober 2019 Mo-So, Feiertag 10 - 17 Uhr