24/7. Arbeit zwischen Sinnstiftung und Entgrenzung

Presseführung

30.04.2024

Bildinformationen

Laufzeit

01.05.2024 - 19.01.2025

Eröffnung

30.04.2024 19:00 Uhr

Pressetermin

30.04.2024 11:00 - 12:00 Uhr

Ort des Pressetermins

Kunsthaus Graz, Space02

Kuratiert von

Katia Huemer

Co-Kuratiert von

Martin Grabner

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Im Zeitalter der 24/7-Zugänge sind traditionelle Arbeitszeiten längst nicht mehr die Norm. Fahrradbot*innen, ehemals ein Symbol für physische und flexible Arbeit, sind nun Teil der digitalen Lieferrevolution und bestimmen in knalligen Farben unser Stadtbild.

 

Doch trotz der scheinbaren Freiheit von starren Strukturen und Stechkarten kämpfen viele Arbeitnehmende weiterhin um gerechte Bedingungen. Unsichtbare Arbeit wie unbezahlte Haus- und Fürsorgearbeit, häufig von Frauen geleistet, ist auch gegenwärtig ein gesellschaftliches Problem und zeigt die Notwendigkeit, Ungleichheiten und Ausbeutung anzusprechen. Der Kampf um höhere Löhne steht heute Begriffen wie New Work, 4-Tage-Woche und Work-Life-Balance gegenüber. Sind das leere Worthülsen oder realistische Forderungen in einer Zeit höchster Belastung?

 

Arbeit ist jedoch nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu sehen, sie kann und sollte auch eine Quelle von Sinn und Erfüllung sein. Während in der heutigen Konsumgesellschaft, in der die Menschen auf materiellen Besitz fokussiert sind, die Arbeit zu einem bloßen Mittel zum Zweck wird, um den Konsum zu ermöglichen, könnte eine Gesellschaft, in der die Arbeit nicht mehr das zentrale Element im Leben ist, den Menschen mehr Zeit für persönliche Entfaltung, kulturelle Aktivitäten und kreativen Ausdruck lassen.

 

In einer nicht zu fernen Zukunft werden Technologien wie KI und Automatisierung die Arbeitswelt weiter verändern und neue Herausforderungen mit sich bringen, die erneut einen sozialen und politischen Diskurs erfordern.

 

Die Ausstellung untersucht auch die oft prekären Aspekte künstlerischer und kultureller Arbeit und stellt Fragen nach der Verwischung der Grenzen zwischen Selbstausbeutung und Selbstverwirklichung. Ein Teil der Ausstellungsfläche steht Neuproduktionen und performativen Kunstprojekten zur Verfügung, die die Ausstellung während ihrer Laufzeit wachsen lassen.

 

Unter dem Titel Alles Arbeit erzählt das Museum für Geschichte parallel zur Ausstellung im Kunsthaus Graz anhand von dokumentarischen Fotos aus der Sammlung Egon Blaschka von der Schieflage in der Arbeitswelt und den massiven Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, die bis heute bestehen. Eine künstlerische Neuproduktion auf Grundlage des Fotoarchivs Blaschka wird in beiden Ausstellungen zu sehen sein.

 

Künstler*innen der Ausstellung:

 

Maja Bajević, Julien Berthier, Louisa Clement, Jeremy Deller, Antje Ehmann & Harun Farocki, Hans Hollein, Aldo Giannotti, Andreas Gursky, Michael Hieslmayr & Michael Zinganel, Tehching Hsieh, Peter Kogler, Luiza Margan, Pia Mayrwöger, Sam Meech, Michail Michailov, Elisa Giardina Papa, Nika Radić, Martha Rosler, Santiago Sierra, Lia Sudermann & Simon Nagy, KURS (Miloš Miletić, Mirjana Radovanović), Oliver Walker u. a.

Kooperation mit

Die Ausstellung "24/7" ist eine Kooperation mit "Alles Arbeit" im Museum für Geschichte.

Werkansichten

Nojus Drąsutis, The Pool Cleaners, Vilnius 2017 aus: Antje Ehmann, Harun Farocki, Eva Stotz, Eine Einstellung zur Arbeit / Labour in a Single Shot, 2011-Filmstill

Andreas Gursky, Amazon, 2016

© Bildrecht, Wien 2024, Foto: Sammlung Hausmanninger, Wien

Julien Berthier, L’horloge d’une vie de travail 2, 2008

© Bildrecht, Wien 2024, Foto: Aurélien Mole

Michail Michailov, Just keep on going #5, 2018, Filmstill

Michail Michailov © Bildrecht, Wien 2024

Nika Radić, Door - Gallery Cleaning, 2011, Ausstellungsansicht / Filmstill

© Nika Radić

Louisa Clement, Representative, 2021

Courtesy: Louisa Clement & Cassina Projects