Suppenbrunzer

Diese Glaskugel enthält eine aus Papier gefertigte Taube, das Symbol für den Heiligen Geist. Im Schnabel trägt sie ein Schild mit der Aufschrift IHS, dem Christusmonogramm. Solche Kugeln wurden über Esstischen aufgehängt und dienten als religiöses Schutzzeichen im häuslichen Raum. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Heilig-Geist-Kugel im Bayerischen Wald, in der Oberpfalz und im Berchtesgadener Land sehr beliebt und weit verbreitet. In Österreich wurde die Taube meist aus Zirbenholz oder Zitterpappel geschnitzt und ohne Glaskugel aufgehängt.

 

Der Beiname „Suppenbrunzer“ ist kein Schimpfwort, er verweist auf eine Beobachtung aus dem Alltag: durch den Dampf heißer Speisen (vorwiegend Suppen) bildete sich Kondenswasser an der Kugel, das schließlich herabtropfte – mitunter zurück in den Suppentopf. Im Volksglauben hat damit der Heilige Geist in die „Suppn brunzt“ und sie gesegnet. Die Heilig-Geist-Kugel vereint religiöse Symbolik, Handwerkskunst und gelebte Volkskultur in einem einzigartigen Objekt.

 

Inv. Nr. 31452


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Hier können Sie die Heilig-Geist-Taube näher betrachten:

Heilig-Geist-Kugel/Suppenbrunzer

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