Universalmuseum Joanneum GmbH

Zweckentfremdete Videogames des Kollektivs "Total Refusal"

 

AWOL – Absent Without Leave
Total Refusal – Digital Disarmament Movement (Robin Klengel, Leonhard Müllner, Michael Stumpf)
Eröffnung: Mittwoch, 3. Juli 2019, 19 Uhr
04.07.–01.09.2019
studio, Neue Galerie Graz, Joanneumsviertel, 8010 Graz
www.neuegaleriegraz.at

 

Weitere Informationen sowie erstes Bildmaterial zur Ausstellung finden Sie online in unserem Pressebereich: studio 2019

In der Sommerausstellung im studio der Neuen Galerie zeigt das 2018 in Graz gegründete Kunstkollektiv Total Refusal – Digital Disarmament Movement vier Videoarbeiten, die sich mit der Ästhetik und Struktur von Videospielen beschäftigt. Die Gameästhetik einsetzend, wird die innere Logik der Spiele subversiv manipuliert.

Total Refusal – Digital Disarmament Movement,

Total Refusal – Digital Disarmament Movement, Credit: Total Refusal

Das eher lose Kollektiv – bestehend aus Leonhard Müllner, Robin Klengel und Michael Stumpf – zitiert die Ästhetik und die Strukturen von Videospielen und deren Bezüglichkeit zur physisch-realen Welt. Die Künstler übertragen gleichsam die Codes der Spiele ins wahre Leben – Bewegungen, Verhaltensweisen, Ästhetik. Der Begriff „Gamification“, der das Verwenden von Spielen im Nicht-Spielbereich beschreibt, scheint unsere gegenwärtige Realität sehr gut zu erfassen. Längst hat die menschliche Existenz Züge eines Spieles angenommen. Slogans wie „Das Leben ist ein Spiel“ sind heute verbreitet und zeugen von einer Wirklichkeit, die ohne das Digitale nicht erklärbar ist. In dieser Welt sind die Realitätsebenen weitestgehend miteinander vermischt. Avatare und reale Menschen koexistieren mehr oder weniger gut miteinander nach gewissen Spielregeln. Genau die sind es auch, die von Total Refusal ständig und grundsätzlich gestört werden. Im anarchischen Witz liegt das Potenzial dieses zurzeit auch international immer erfolgreicher werdenden Kollektivs. Es erzeugt eine verblüffend eindrucksvolle Visualität, die aus dem visuellen Rauschen der digitalen Bilderflut der Gegenwart auftaucht. Der Krieg als Hintergrund hat die Gamekultur noch weiter forciert. Die mit Zinnsoldaten spielenden Generäle der Vergangenheit haben sich im Digitalen aufmunitioniert und so die Realitätsebenen durcheinandergewürfelt. Die Künstler greifen die vorhandene Mechanik der Games auf und zweckentfremden sie grundsätzlich. Wenn man mit all dem Zeug Krieg führen kann, kann man auch anderes damit machen – stell dir vor, es ist Krieg und alle Panzer fahren nur mehr im Kreis …

 

Wir laden Sie herzlich am Mittwoch, dem 3. Juli, um 19 Uhr zur Eröffnung von AWOL – Absent Without Leave ein und freuen uns über Ihre Berichterstattung.
 

 

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Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

Herzliche Grüße

Anna Fras
+43/664/8017-9211, anna.fras@museum-joanneum.at
Julia Aichholzer
+43/664/8017-9213, julia.aichholzer@museum-joanneum.at