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„Wir und Passarowitz“ reist von Österreich über Türkei und Rumänien bis nach Serbien

 

Von 11. April bis 31. Mai 2019 zeigt das Österreichische Kulturforum in Istanbul jene Sonderausstellung, die 2018 für das Grazer Landeszeughaus vom Historiker Harald Heppner konzipiert wurde. Im Zentrum von Wir und Passarowitz. 300 Jahre Auswirkungen auf Europa stehen die Verträge von Passarowitz aus dem Jahr 1718, die die Zusammenarbeit zwischen Zentraleuropa und den Balkanländern auf eine völkerrechtliche Basis stellten. Die vom Grazer Osteuropaexperten Heppner kuratierte Schau widmet sich den Folgewirkungen dieser Verträge in den Bereichen Verkehr, Wirtschaft, politische Beziehungen, kultureller und wissenschaftlicher Austausch – bis in die Gegenwart.

Gruppenfoto bei der Eröffnung in Istanbul,

Gruppenfoto bei der Eröffnung in Istanbul, v. l. n. r.: Ömer Turan (Istanbul Bilgi University), Romana Königsbrun (Österreichisches Kulturforum Istanbul, Direktorin), Harald Heppner (Universität Graz), Olgu Çoban (Österreichisches Kulturforum Istanbul, stellvertretende Direktorin), Güner Doğan (Karatekin Universität, Ankara), Foto: Alexander Heinz, Österreichisches Kulturforum Istanbul

Die jetzt für das Österreichische Kulturforum in Istanbul adaptierte Ausstellung beschäftigt sich mit dem Thema Passarowitz, das auch Teil der Geschichte des Landeszeughauses ist. Das Zeughaus hatte vom 16. bis zur ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Rüstkammer der innerösterreichischen Stände gedient, die für die Versorgung der Militärgrenze in Kroatien zuständig waren. Diese Maßnahme war notwendig geworden, um den Raubzügen osmanischer Krieger aus Bosnien Einhalt zu gebieten. Mit dem geopolitischen Wandel, der 1718 eintrat, fiel die Erfordernis zu einem speziellen Schutz der Steiermark, Kärntens, Krains etc. weg. Die Regie für die zukünftige Sicherheitspolitik im Grenzraum zum Osmanischen Reich lag nun in den Händen des Hofkriegsrates in Wien, und so war das in Graz stationierte Arsenal nicht mehr vonnöten.

Eröffnung "Wir und Passarowitz" in Istanbul,

Eröffnung "Wir und Passarowitz" in Istanbul, Foto: Alexander Heinz, Österreichisches Kulturforum Istanbul

Die Ausstellung Wir und Passarowitz. 300 Jahre Auswirkungen auf Europa, die nun nach Osteuropa weiterwandert, setzt sich aus vier Stationen zusammen. Das Dargebotene konzentriert sich auf wesentliche Bausteine – auf die beiden Verträge und die wichtigsten Zweige ihrer Auswirkungen. Während ein einleitender Text in den Stationsinhalt einführt, behandelt das an und bei den Tafeln Gezeigte historische Fallbeispiele oder etwas, das der Gegenwart bzw. jüngsten Vergangenheit zuzuordnen ist. Bestandteil jeder Station ist außerdem die Vorstellung einer ausgewählten historischen Person, um anzudeuten, dass zu jedem Kapitel unzählige Einzelschicksale gehören. 

Die Ausstellung wurde inhaltlich und gestalterisch angepasst und ist im Laufe dieses Jahres im Österreichischen Kulturforum in Istanbul (Türkei), im Banater Nationalmuseum in Timişoara/Temeswar (Rumänien), im Nationalmuseum von Požarevac/Passarowitz (Serbien) sowie in weiteren serbischen Städten wie etwa Novi Sad zu sehen.

 

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Wir und Passarowitz. 300 Jahre Auswirkungen auf Europa

Kuratiert von Harald Heppner

In Kooperation mit dem Österreichischen Kulturforum in Istanbul (Türkei), Belgrad (Serbien) und Timişoara/Temeswar (Rumänien) sowie dem Banater Nationalmuseum in Timişoara/Temeswar (Rumänien).

 

Österreichisches Kulturforum Istanbul

Eröffnung: 10.4.2019

11.4.–31.5.2019

Kuratiert von Harald Heppner

 

Nationalmuseum von Požarevac

Eröffnung: 25.4.2019

26.4.–27.7.2019

Kuratiert von Harald Heppner

 

Weitere Informationen sowie Bildmaterial finden Sie unter: Wir und Passarowitz

 

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