Universalmuseum Joanneum GmbH

Welchen Stellenwert hat Performance in der aktuellen Kunstpraxis?

 

Ausgehend von dem Zitat „I don’t think I am trying to commit suicide“ des Künstlers Chris Burden lädt das Kunsthaus Graz von 31. Mai bis 01. Juni 2019 ein, sich mit dem Thema Performance auseinanderzusetzen. Bei freiem Eintritt loten die Künstler/innen Ron Athey und boychild, Klitclique, Georg Kroneis, Michikazu Matsune, Navaridas & Deutinger, Flora Neuwirth, Franz Reimer, Barbis Ruder, Milica Tomić und andere die Grenzen zwischen Körper, Raum und Ökonomie aus. 

Sujet "I don't think I am trying to commit suicide",

Foto: Michikazu Matsune, Courtesy des Künstlers

Diese zweitägige Veranstaltung ist ein In-Between-Projekt: Bewusst bewegt es sich zwischen den Sparten der Künste und präsentiert Künstler/innen, die sich durch ihre Praxis weder ausschließlich der bildenden noch der darstellenden Kunst zuordnen lassen. Insgesamt 10 Performances führen vom Foyer über die Spaces bis zur Needle durchs ganze Kunsthaus. Vorträge der KUWI Graz beleuchten am 23. Mai sowie am 13. Juni die Performativität in den Künsten.

 

Theater wird gespielt, Performance gelebt

Als sich Chris Burden, von dem das titelgebende Zitat stammt, 1971 für Shoot mit einem Gewehr in den linken Arm schießen ließ, war dies der Anfang einer Reihe von Performances, in denen Burden seinen Körper gefährlichen Situationen aussetzte. Doch wie weit wäre Burden gegangen? Hätte er sein Leben riskiert? Vermutlich nicht (wie er selbst anmerkte).
Zweifellos beeinflusste das Ausloten und Überschreiten von Grenzen, wie es Burden und viele andere in den 1960er- und 1970er-Jahre praktizierten, spätere Generationen von Künstlerinnen und Künstlern nachhaltig. In der Performance geht es um das Hier und Jetzt in Echtzeit, wie es Marina Abramović ausdrückte. Befeuert von einer „Experience Economy“, in der das Handeln mit erinner- und erzählbaren Erfahrungen zum Wirtschaftszweig wurde, erfährt dieses Format heute im Kunstbetrieb eine enorme Popularität. In dem gemeinsamen Projekt „I don’t think I am trying to commit suicide“. Performance Now untersuchen die interuniversitären Kunstwissenschaften (KUWI Graz) – eine Kooperation der Karl-Franzens-Universität Graz, Kunstuniversität Graz und Technischen Universität Graz – gemeinsam mit dem Kunsthaus Graz anhand der Begriffe Körper, Raum und Ökonomie, was Performance für die heutige Kunstpraxis so interessant macht.

„Welchen Makel liebst du an dir?“

Parallel zur Performanceveranstaltung beschäftigt sich das Projekt Lieblingsmakel, das in Kooperation mit der FH Joanneum entstand, mit dem eigenen Körperbild. Auf Instagram oder Facebook finden sich zahlreiche Profile „perfekter“, gutaussehender Menschen. Doch was wird nicht gezeigt? Welche Bilder einer Gesellschaft hinterlassen wir für kommende Generationen? Was sagen diese Bilder über unseren Zeitgeist aus? Wie wahr sind diese Bilder? Zwischen all den „perfekten“ Bildern mag es ungewohnt sein, seine Jumbo-Ohren oder schiefen Zahne auf Instagram zu posten – Selbstdarstellungen, die möglicherweise keinen westeuropäischen Schönheitsidealen entsprechen, dafür aber ein erfrischend ehrliches Bild zeigen. Das Projekt Lieblingsmakel stellt gesellschaftliche Rollenbilder und den menschlichen Körper ins Zentrum der Betrachtung und plädiert für einen ehrlichen Umgang – in den sozialen Medien, mit anderen und sich selbst. Der eigene Imperfektionismuskann auf www.spielmitbix.at und unter #lieblingsmakel geteilt werden.

 

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„I don’t think I am trying to commit suicide”. Performance Now

31.05.—01.06.2019

Freitag, 31. Mai: 16 bis 21 Uhr
Samstag, 01. Juni: 12 bis 21 Uhr

 

Kunsthaus Graz, Lendkai 1, 8020 Graz
Ein Projekt von Kunsthaus Graz und KUWI Graz
www.kunsthausgraz.at | www.kuwigraz.at

 

Weitere Informationen, das detaillierte Programm sowie Bildmaterial finden Sie online unter: Performance Now

 

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Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung, Ihren Besuch und stehen für Rückfragen sehr gerne zur Verfügung.

 

Mit herzlichen Grüßen

Anna Fras
+43/664/8017-9211, anna.fras@museum-joanneum.at

Julia Aichholzer
+43/664/8017-9213, julia.aichholzer@museum-joanneum.at