Universalmuseum Joanneum GmbH

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gestalten Ausstellung

 

Das Joanneum diente für 40 Jugendliche aus Afghanistan, Syrien und Somalia als Ort des interkulturellen Lernens, des Austausches und des besseren Kennenlernens. Gemeinsam mit dem Museums-Team erarbeiteten sie eine kleine Ausstellung mit dem Titel Menschen in Zeit und Raum, die am 8. Juli eröffnet wurde, bis Herbst 2016 im Archäologiemuseum zu sehen ist und anschließend an weiteren Stationen gezeigt werden soll.

 

Bildmaterial zum Download finden Sie online unter: Archäologiemuseum

Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge im Archäologiemuseum,

Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, Foto: Universalmuseum Joanneum/Archäologie & Münzkabinett

Das Archäologiemuseum und seine bedeutenden Objekte, deren Herkunft von der Steiermark bis weit in den Vorderen Orient reicht, bietet vielfältige Anknüpfungspunkte und Identifikationsmöglichkeiten – nicht nur für einheimische Erwachsene und Jugendliche, sondern auch für sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF).

 

Als Ort, der  Zeiten und Kulturen überspannt, war das Museum Ausgangspunkt für ein neues Projekt, das von den Joanneums-Abteilungen Archäologie & Münzkabinett und Besucher/innenservice gemeinsam mit dem „alea lernforum“ initiiert wurde: 40 Jugendliche aus Afghanistan, Syrien und Somalia konnten das Archäologiemuseum als Ort des interkulturellen Lernens entdecken.

Das Feedback der Beteiligten sowie die strahlenden Augen der Jugendlichen, die sich mit großem Lernwillen und viel Freude bei verschiedenen Projektstationen eingebracht haben, geben uns Recht: „Wir werden diesen schönen Tag nie vergessen …“, „Ich bin jetzt mit der österreichischen Kultur vertraut …“, „Das Museum ist sehr cool gewesen …“, „…. wir haben viele neue Wörter gelernt …“, „Ich habe eine österreichische Fahne gemalt…“, „… ich möchte noch einmal nach Eggenberg gehen …“, „… eine Reise in die Vergangenheit …“, „ Das Glitzern in den Augen der Teilnehmer/innen war so berührend …“

 

Fünf aufeinander aufbauende Module ermöglichten ein didaktisch niederschwelliges Vertraut-Machen bzw. „Learning by Doing“ im Museum:

  • Erarbeitung eines „Museums-Glossars“ mit wichtigen Begriffen
  • Vorbereitung auf den Museumsbesuch im Unterricht
  • Kultur-Gesprächs-Spaziergang und Hands-on-Stationen mit Bildcollagen und Salzteigfiguren
  • Nachbereitung
  • Eröffnung der Projekt-Ausstellung Menschen in Zeit und Raum – UMF im UMJ am 8. Juli 2016

Die Eröffnung dieser kleinen Schau im Archäologiemuseum, die im Zuge des Projekts entstanden ist, war für alle Beteiligten ein wahres Fest der Freude und des „Angekommen-Seins“. Ein Höhepunkt der Eröffnungsfeier war die Überreichung der Abschlusszertifikate über die Teilnahme am Bildungsangebot für jugendliche Flüchtlinge, in dessen Rahmen den Jugendlichen von den Betreuerinnen und Betreuern von „alea lernforum“ Grundkompetenzen in Deutsch, Mathematik und IT, aber auch Verhaltensregeln und Werte der österreichischen Gesellschaft vermittelt wurden. Als Dokumentation dieses erfolgreichen Integrationsprojekts ist die Ausstellung Menschen in Zeit und Raum bis Herbst 2016 im Archäologiemuseum zu sehen und soll anschließend an weiteren Stationen gezeigt werden.

Ich freue mich über eine Veröffentlichung und stehe für Rückfragen gerne zur Verfügung!

 

Herzliche Grüße

Anna Fras