Universalmuseum Joanneum GmbH

Originale, Wiederholungen, Identitäten und sehr viel Kunst

 

Gestern Abend wurden Zu viel ist nicht genug! Die Schenkung „Sammlung Artelier“ in der Neuen Galerie Graz und Jun Yang. Der Künstler, das Werk und die Ausstellung im Kunsthaus Graz eröffnet. Beide Ausstellungen befassen sich mit den Themen Original, Wiederholung und Kopie. Während sich Zu viel ist nicht genug! dem Phänomen serieller Kunst widmet, geht der Künstler Jun Yang grundlegenden Fragen künstlerischen Arbeitens nach.

Eröffnung,

Eröffnung von "Jun Yang", v. l. n. r.: kaufmännische Direktorin des UMJ Alexia Getzinger, Künstler Jun Yang, Kunsthausleiterin Barbara Steiner und wissenschaftlicher Direktor des UMJ Wolfgang Muchitsch, Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Identitätsbildung und Klischees

Als Jun Yang Ende der 70er-Jahre im Alter von vier Jahren nach Wien kam, brauchte es „höchstens drei Lampions und schon hatte man eine Assoziation zu China“, meint der österreichisch-chinesische Künstler. Heute ist das Wissen über das große Land, das auf dem Sprung zur Weltmacht ist, um einiges größer. Doch der in China geborene Jun Yang ist mit diesen Klischees und Stereotypen in Österreich aufgewachsen und hat sich auch wiederholt damit in seinen Arbeiten auseinandergesetzt. Er fordert auf verschiedenen Ebenen Vorstellungen davon heraus, was es bedeutet, ein „Wiener“, ein „Österreicher“, ein „Chinese“, „Asiat“ oder „Europäer“ zu sein. Einen besonderen Fokus legte er dabei auf den Einfluss dieser Zuschreibungen bei der Formung von Identitäten. „Zur Identitätsbildung gehören auch Klischees“, erläutert Kunsthausleiterin Barbara Steiner. Die Schau Jun Yang. Der Künstler, das Werk und die Ausstellung ist mit ihrer Frage nach Identität, auch über internationale Grenzen hinweg, eine „wichtige Fortsetzung unserer Ausrichtung des Kunsthauses“, so Barbara Steiner. Die Ausstellung selbst basiert auf Yangs sechsbändigem The Monograph Project, das seine künstlerischen Projekte der letzten 20 Jahre thematisiert.

Gruppenfoto,

Bei der Eröffnung von "Zu viel ist nicht genug!": v. l. n. r.: Ralph Schilcher (Sammlung Artelier), Alexia Getzinger (kaufmännische Direktorin UMJ), Christopher Drexler (Kulturlandesrat), Petra Schilcher (Sammlung Artelier), Wolfang Muchitsch (wissenschaftlicher Direktor UMJ) und Peter Peer (Leiter Neue Galerie Graz), Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Schenkung „Sammlung Artelier“

Über drei Jahrzehnte hindurch bildete die 1985 gegründete „Edition Artelier“ einen Hotspot der internationalen zeitgenössischen Kunst in Graz. Ausgehend von der Siebdruckerei „Schilcher und Sohn“ entstand hier ein eigener Produktionsbereich für künstlerischen Siebdruck, wo in enger Zusammenarbeit mit ca. 200 nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern teils von Weltrang eine einzigartige Sammlung „serieller Kunst“ im Umfang von über 1000 Produktionen und 500 Editionen entstand. Nach Beendigung ihrer Tätigkeit 2015 übergaben Petra Schilcher und Ralph Schilcher der Neuen Galerie Graz am Universalmuseum Joanneum in großzügiger Weise eine umfassende Schenkung von 1050 Einzelobjekten sowie ein Archiv mit 10.000 Dokumenten, um das Thema „serielle Kunst“ am Ort ihrer Wirkungsstätte museal zu verankern und den Zugang für die Öffentlichkeit und die künftige Forschung zu sichern. Die langjährige Verbundenheit der Neuen Galerie Graz mit der Edition Artelier findet in dieser Schenkung einen krönenden Höhepunkt. Die von Friedrich Tietjen kuratierte Schau Zu viel ist nicht genug! vermittelt einen Eindruck von der Leistung dieses einzigartigen „Kunstlabors“ in Graz mit Weltruf und vom bedeutenden Stellenwert serieller Kunst. Kulturlandesrat Christopher Drexler zeigte sich erfreut, diesen „Doppelschlag“ an Ausstellungen eröffnen zu können.

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Jun Yang. Der Künstler, das Werk und die Ausstellung
Kunsthaus Graz, Lendkai 1, 8020 Graz
15.02.–19.05.2019
www.kunsthausgraz.at

 

Zu viel ist nicht genug! Die Schenkung „Sammlung Artelier“
Neue Galerie Graz, Joanneumsviertel, 8010 Graz
15.02.–25.08.2019
www.neuegaleriegraz.at

 

Weitere Informationen sowie Bildmaterial zum Download finden Sie unter: Jun Yang und Zu viel ist nicht genug!

 

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