Universalmuseum Joanneum GmbH

Naturkundemuseum bekommt zwei Bergkristalle aus den Hohen Tauern geschenkt

 

Bildmaterial zur Schenkung finden Sie unter folgendem Link: Naturkundemuseum

Die Mineralogen des Universalmuseums Joanneum führen gemeinsam mit der Universität Graz seit Jahrzehnten mineralogische Untersuchungen im Rahmen eines wissenschaftlichen Sammelprojektes im Nationalpark Hohe Tauern/Raurisertal durch. Im Sommer 2016 fanden die beiden Projektmitarbeiter und Mineraliensammler Herbert Grabmayer und Hans-Peter Daum im Bereich des Hocharn/Rauris, Salzburg, eine Kristallkluft in 2.700 m Seehöhe. Aus diesem Fund gelangten nun zwei wunderschöne Bergkristallstufen mit 25 bzw. 45 cm Größe als Geschenk an das Naturkundemuseum.

Übergabe der Schenkung,

Übergabe der Schenkung, v.l.n.r.: Bernd Moser (Chefkurator Mineralogie), Hans-Peter Daum und Herbert Grabmayer (Finder und Geschenkübergeber), Kulturlandesrat Christian Buchmann, Franz Walter (Universität Graz), Hubert Fink (Projektkoordiantor in Rauris) und Joanneums-Direktor Wolfgang Muchitsch, Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Bernd Moser, Chefkurator der Mineralogischen Sammlung des Universalmuseums Joanneum, zeigt sich sehr glücklich über die großzügige Schenkung: „Wir sind überaus erfreut, dass die beiden Finder diese zwei Kristalle aus den Hohen Tauern dem Museum schenken. Eines der beiden Objekte zeigt eine sehr seltene kreuzförmige Verwachsung mit einem Doppelender. Das Geschenk zeugt auch von der hervorragenden und notwendigen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Sammlern. Die beiden Kristallstufen ergänzen unsere weltberühmte und geschichtsträchtige mineralogische Sammlung optimal, und sie werden ab Mitte März im Naturkundemuseum zu bewundern sein.“

Berkristall vom Hocharn,

Bergkristall vom Hocharn, Foto: Universalmuseum Joanneum/H.-P. Bojar

Zum Fund

Im Bereich des Hocharn/Schwarzkopf im Rauriser Tal in Salzburg, kamen diese zwei Bergkristalle gemeinsam mit weiterem, ebenfalls wissenschaftlich interessantem Material bei der Bergung des Mineralinhaltes einer Alpinen Kluft zum Vorschein. Alpine Klüfte sind Hohlräume mit oft sehr schöner Kristallauskleidung, die am Ende der Auffaltung und Heraushebung der Alpen im Inneren der Gesteine entstanden sind. Durch die ständige Abtragung von Gesteinen an der Oberfläche werden solche Hohlräume im Lauf der Jahrhunderttausende  auch von außen für den Menschen zugänglich. Allerdings sind die Kristalle dann meist schon von den Wänden der Kluft herabgebrochen und oft vom Eis zerstört. Umso wichtiger ist die Bergung solcher Kluftinhalte, bevor die weitere Erosion zu einem völligen Absturz der Kristalle führt. Aus dem Material solcher Funde, die meist noch viele weitere – oft aber unscheinbare – Mineralarten enthalten, konnten in den letzten Jahren wichtige wissenschaftliche Fragestellungen, wie z. B. zu Altersangaben und Wachstumsverhalten von Kristallen in Alpinen Klüften, geklärt werden. Besonders erfreulich ist, dass die Bergkristalle dem Naturkundemuseum überlassen und somit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Wahl der beiden Finder fiel auf das Naturkundemuseum in Graz, weil von hier aus seit Jahrzehnten – gemeinsam mit der Universität Graz – die oft aufwendige mineralogische Bestimmungsarbeit und wissenschaftliche Betreuung des Sammelprojektes im Nationalpark durchgeführt wird.

 

Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen jederzeit sehr gerne zur Verfügung.

 

Mit herzlichen Grüßen
Anna Fras