Universalmuseum Joanneum GmbH

Kröten, Schlangen & Co aus steirischen Gärten

 

Kröten, Schlangen & Co. In unseren Gärten, aber wo?

Naturkundemuseum, Joanneumsviertel, 8010 Graz

Bis 10. Juli 2016

 

Weitere Informationen sowie umfangreiches Bildmaterial zur Ausstellung finden Sie unter folgendem Link: Kröten, Schlangen & Co

Ab 15. April zeigt das Naturkundemuseum in Graz die Sonderausstellung Kröten, Schlangen & Co. In unseren Gärten, aber wo? Im Zentrum stehen nicht nur Amphibien und Reptilien, sondern vor allem ihr Lebensraum in heimischen Gärten und Gewässern. Basis der Ausstellung ist eine mit vier steirischen Schulen durchgeführte Feldforschung, deren Ergebnisse nun präsentiert werden. Neben diesen Resultaten zeigt die Schau auch lebende Tiere in Terrarien und gibt Tipps, wie man die Lebewesen im eigenen Garten schützen kann.

Ausstellungsansicht "Kröten, Schlangen & Co",

Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Amphibien und Reptilien zählen zu den am meisten gefährdeten Organismen. Neben globalen Faktoren wie Klimawandel und Krankheiten spielt der Verlust an Lebensräumen die entscheidende Rolle auf lokaler Ebene. In unseren Breiten kommt besonders zum Tragen, dass etliche Arten ähnliche Raumansprüche wie der Mensch besitzen. Während viele ihrer natürlichen Lebensräume bereits im vergangenen Jahrhundert durch Verbauung, Trockenlegung oder intensive landwirtschaftliche Nutzung verloren gingen, fanden etliche Arten in menschlichen Siedlungsgebieten mit ausreichendem Grünraum durch die Anlage von Kleingewässern und Trockenstandorten alternative Überlebensmöglichkeiten. Werner Kammel, Fachkurator der Ausstellung, betont, dass „das ökologische Gleichgewicht von der Dichte an Reptilien und Amphibien abhängt.“ Dies ist jedoch stark abhängig vom Umgang des Menschen mit seinem Umfeld. „Das Ensemble an Reptilien und Amphibien in unseren Gärten reicht von entzückend bis ekelerregend und wird oft übersehen, da die meisten Tiere klein und unscheinbar sind“, erklärt Wolfgang Paill, Leiter der Abteilung Naturkunde am Universalmuseum Joanneum.

Gruppenfoto,

v.l.n.r.: Kuratorin Ursula Stockinger, Leiter der Abteilung Naturkunde Wolfgang Paill, Fachkurator Werner Kammel, Ausstellungsgestalter Franz Josef Haas und Obmann des Steirischen Reptilien- und Amphibienvereins Werner Stangl, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Die Kenntnisse zum Vorkommen von Amphibien und Reptilien in menschlichen Siedlungsgebieten sind jedoch gering, vor allem wegen der mangelnden Zugängigkeit privater Grünflächen. Im Rahmen eines „Sparkling Science“-Forschungsprojektes des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft führen Schüler/innen unter wissenschaftlicher Anleitung noch bis Ende 2016 Beobachtungen in Grünflächen des eigenen Umfeldes durch. Neben der Artenerfassung können Informationen zur „Historie“ und den menschlichen Einflussnahmen wie Gestaltung und Pflege durch Befragung der Eigentümer/innen dokumentiert werden. Die Ausstellung zeigt die Arbeit der Schüler/innen und erläutert den Themenkreis „Gärten und Grünflächen als Lebensraum für Amphibien und Reptilien“. Garten- und Teichbesitzer/innen konnten so mehr über die Bedürfnisse der Tiere vor ihrer Haustür erfahren, und gleichzeitig wurden bei den Jugendlichen wie bei den Lehrkräften Ekel und Ängste gegenüber Reptilien und Amphibien abgebaut.

 

Die neue Sonderausstellung soll den Besucherinnen und Besuchern Kröten, Molche, Schlangen etc. als nützliche Mitbewohner ihres Umfeldes näherbringen. Alle heimischen Amphibien- und Reptilienarten werden in ihrem typischen Umfeld präsentiert – zum Teil lebend, zum Teil mittels Bild, Ton und Film.

Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen bei Rückfragen sehr gerne zur Verfügung.

 

Herzliche Grüße

Anna Fras & Christoph Pelzl