Universalmuseum Joanneum GmbH

Joseph von Hammer-Purgstall zwischen Orient und Okzident

 

Am 26. März wurde im Freien Deutschen Hochstift – Frankfurter Goethe-Museum die Ausstellung BRÜCKEN BAUEN in Anwesenheit des steirischen Kulturlandesrats Christopher Drexler sowie der Geschäftsführung des Universalmuseums Joanneum feierlich eröffnet. Im Zentrum steht der Diplomat, Forscher, Übersetzer und erste Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Joseph von Hammer-Purgstall, der als Brückenbauer zu den kulturellen Ufern des Orients gilt.

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v. l. n. r.: Wolfgang Muchitsch (wissenschaftlicher Direktor des UMJ), Anna Bohnenkamp-Renken (Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts), Christopher Drexler (Kulturlandesrat, Land Steiermark), Bernd Heidenreich (Stadtrat, Frankfurt am Main), Alexia Getzinger (kaufmännische Direktorin des UMJ), Gerhard Dienes und Joachim Seng (Kuratoren), Foto: Universalmuseum Joanneum/M. Sladek

„Schon in der Vergangenheit gab es Berührungspunkte zwischen Frankfurt und Graz, umso mehr freut es mich, dass diese Ausstellung des Joanneums nun hier gezeigt wird. Die Themen Hammer-Purgstalls sind auch heute noch so brandaktuell wie vor 200 Jahren. Darin können wir uns Anregungen zum Brückenbauen holen“, betonte Landesrat Christopher Drexler bei der Eröffnung. Der wissenschaftliche Direktor des Universalmuseums Joanneum, Wolfgang Muchitsch, ging ebenfalls auf die Bedeutung des in Graz geborenen Orientalisten ein: „Er hatte Talent für Sprache und Diplomatie. Vor allem Sprachen sind Schlüssel zum Verständnis anderer Kulturen und wichtig, um Beziehungen aufbauen zu können. Hammer-Purgstall zeigte, abgesehen von seiner wissenschaftlichen Leistung, ehrliches Interesse, er stellte Verbindendes vor Trennendes und hat somit zum gegenseitigen Verständnis beigetragen.“

Porträt Joseph von Hammer-Purgstall,

Porträt Joseph von Hammer-Purgstall, Stich von Tommaso Benedetti nach einem Entwurf von Thomas Lawrence, Universalmuseum Joanneum, Graz

1819 erschien Goethes großes Spätwerk West-östlicher Divan. Wesentliche Inspiration zu diesem Stück Weltliteratur erhielt Goethe durch den Grazer Joseph von Hammer-Purgstall. Dieser übertrug erstmals den Divan des Hafis ins Deutsche. Mohammed Schemsed-din Hafis gilt als einer der bedeutendsten Dichter Persiens und wird noch heute im Iran hoch verehrt: 200 Jahre nach der Veröffentlichung von Goethes Gedichtsammlung würdigt die Ausstellung BRÜCKEN BAUEN Hammer-Purgstall als den Dreh- und Angelpunkt zwischen Hafis und Goethe und somit zwischen Orient und Okzident. Äußerst sprachbegabt und wissbegierig, brachte es Hammer auf rund 800 Veröffentlichungen, darunter Werke wie die Fundgruben des Orients (1809–1818; erste deutschsprachige orientalische Zeitschrift) und die Geschichte der schönen Redekünste Persiens (1818, erste Geschichte der persischen Literatur) mit zahlreichen Textbeispielen.

 

Von nachhaltigem Einfluss ist seine Übersetzung des Gesamtwerks von Mohammed Schemsed-din Hafis, die bei Goethes Verleger Cotta erschien. Diese erste deutschsprachige Übersetzung des Divan des berühmten persischen Dichters erhielt Goethe im Jahr 1814 geschenkt. Sie ließ ihn dichterisch produktiv werden. Die Hafis-Lektüre führte schließlich zu Goethes schönstem und außergewöhnlichstem Gedichtbuch, dem West-östlichen Divan, das im Jahr 1819, also vor 200 Jahren, erschien. Über Hammer heißt es in den Noten und Abhandlungen: „Wie viel ich diesem würdigen Mann schuldig geworden, beweist mein Büchlein in allen seinen Theilen.“ Als zeitgenössischen Akzent ergänzt der steirische Künstler Fritz Ganser die Ausstellung mit einer Rauminstallation aus dem Geist des Hafis’schen Werkes.

Ausstellungsansicht "BRÜCKEN BAUEN",

Ausstellungsansicht "BRÜCKEN BAUEN", Foto: Universalmuseum Joanneum/M. Sladek

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Weitere Informationen sowie Bildmaterial zum Download finden Sie unter: BRÜCKEN BAUEN

 

Eine Ausstellung des Universalmuseums Joanneum, Graz, und des Freien Deutschen Hochstifts – Frankfurter Goethe-Museum, kuratiert von Gerhard M. Dienes und Joachim Seng, Design Gerhard Kuebel.

In Zusammenarbeit mit: Steirische Kulturinitiative, Österreichische Urania für Steiermark, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreichisches Kulturforum Berlin.

Ermöglicht durch: Aventis Foundation, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Dr. Marschner Stiftung, Friede Springer Stiftung und Österreichisches Kulturforum.

 

 

BRÜCKEN BAUEN. Joseph von Hammer-Purgstall zwischen Hafis und Goethe

Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethe-Museum, Großer Hirschgraben 23–25, 60311 Frankfurt am Main

27. März bis 11. Juni 2019

www.goethehaus-frankfurt.de

 

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