Universalmuseum Joanneum GmbH

„Die Produktion der Dinge“ zeigt, wie Handwerk funktioniert und gibt einen Vorgeschmack auf die Neugestaltung des Museums im Palais

 

Die Produktion der Dinge

Museum im Palais, Sackstraße 16, 8010 Graz

Bis 07.05.2017

 

Weitere Informationen sowie umfangreiches Bildmaterial zur Ausstellung finden Sie unter folgendem Link: Die Produktion der Dinge

Die gestern eröffnete Sonderausstellung Die Produktion der Dinge im Museum im Palais rückt die Herstellung von Handwerksprodukten sowie die Produzenten und Produzentinnen der präsentierten Objekte in den Mittelpunkt. Aus dem über 35.000 Exponate umfassenden Bestand der Kulturhistorischen Sammlung wurden 25 Leitobjekte ausgewählt, die in ihrer Vielfalt die Entwicklungen zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert und zugleich die Diversität und Vielfalt der hauseigenen Sammlungsbestände widerspiegeln. Die Kulturhistorische Sammlung des Universalmuseums Joanneum kann auf eine rund 100-jährige Geschichte zurückblicken und wird seit 2011 im Museum im Palais präsentiert, das in naher Zukunft einen Relaunch erfahren soll: „Wir haben Maßnahmen definiert, damit das Universalmuseum Joanneum Besucherinnen und Besuchern in Zukunft noch mehr bieten kann und weiteren Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht wird“, erklärte Kulturlandesrat Christian Buchmann. Der Plan für 2017, der einstimmig von der Regierung beschlossen wurde, umfasst inhaltliche sowie gestalterische Maßnahmen. Die aktuelle Ausstellung gibt bereits einen ersten Ausblick, in welche Richtung sich das Museum im Palais in Zukunft entwickeln wird.

Gruppenfoto,

Kulturlandesrat Christian Buchmann, Kuratorin Bettina Habsburg-Lothringen, Joanneums-Direktor Wolfgang Muchitsch, Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackne

Die Produktion der Dinge erzählt am Beispiel von Objekten und Objektgruppen aus der Kulturhistorischen Sammlung von steirischem Erfindergeist, der Notwendigkeit, Lösungen zu schaffen (Flohfallen), vom Wunsch, natürlich nicht Vorhandenes künstlich herzustellen (Kunstblumen) oder sich in fremden Kulturen Gesehenes zu eigen zu machen (Kabinettschrank). Die Bedeutung von bestimmten Materialien (Schnitzwerk, Geige), besonderer Rohstoffe (Schmuck aus Menschenhaar) sowie der Erwerb und die Weitergabe von Wissen (Schlösser) wird ebenso herausgearbeitet wie das Phänomen Produktspionage (Porzellanfiguren). Gesundheitliche Risiken, die mit der Herstellung bestimmter Produkte einhergingen (Lederwaren), sind ein weiteres Thema, und auch die für lange Zeit unsichtbaren weiblichen Arbeitskräfte (Frack) werden vorgestellt. Museumsleiterin Bettina Habsburg-Lothringen erwähnte bei der Eröffnung, es ginge ihr weniger um die Präsentation schöner Objekte sondern darum die Produktionsprozesse, den Arbeitsaufwand und die damit verbunden Lebens- und Arbeitsbedingungen darzustellen. Auch die Ausstellungsgestaltung greift diesen Zugang auf: Die von Anika Kronberger und Jakob Pock entworfenen Elemente zeigen, dass auch eine Schau ein „Produkt“ darstellt, indem mit rohem Holz und nachvollziehbare Konstruktionen gearbeitet wurde.

 

Zehn Kurzfilme begleiten die Ausstellung und geben Einblicke in den Werkprozess bei zehn ausgewählten Betrieben der Region. Fachleute zeigen darin, wie Objekte aus der Sammlung – etwa eine Geige, eine mundgeblasene Vase oder ein Grabkreuz – hergestellt werden. Alle Filme wurden auf YouTube zur Verfügung gestellt. Kinder begleitet der Floh „Winzig von Hüpfundstich“ durch die Ausstellung und sie bekommen auf eigenen Tafeln Informationen zu den Objekten und Anleitungen zu den Hands-on-Stationen, bei denen sie sich ihren eigenen Meister- oder Meisterinnenbrief verdienen können. Das Rahmenprogramm schlägt den Bogen in die Gegenwart: Bei Ausflügen zu vier Großbetrieben in Graz und Umgebung und Werkstattbesuchen in Grazer Handwerksbetrieben können Interessierte die „Produktion der Dinge“ von heute kennenlernen.

Eröffnung, "Die Produktion der Dinge", 2016,

Eröffnung "Die Produktion der Dinge", Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Maßnahmen für 2017 stehen fest

Die Produktion der Dinge ist das erste Projekt einer Reihe von Ausstellungen, die entlang heutiger Fragestellungen die Landesgeschichte erneut in den Blick nehmen. Um die Sichtbarkeit und Attraktivität des Museumsstandorts zu erhöhen, wird in mehreren Bereichen – wie der räumlichen Gestaltung, der Form der Objektpräsentation sowie der Vermittlung von Inhalten – intensiv gearbeitet. In Form eines Schaudepots wird in Zukunft die Fülle der Sammlungsbestände dauerhaft präsentiert werden. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark gestaltet die Künstlerin Brigitte Kowanz eine Installation, mit der der Eingangsbereich attraktiver gestaltet werden soll. Bis April nächsten Jahres werden auch die Multimedialen Sammlungen in das neue, sammlungsübergreifende Museumskonzept eingebunden, das auch eine Vermittlungsoffensive für Kinder und Jugendliche vorsieht.

Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen bei Rückfragen sehr gerne zur Verfügung.

 

Herzliche Grüße

Anna Fras