Universalmuseum Joanneum GmbH

Die Beziehungen von Arbeit und Eigentum als Akteure beim Aufbau ideologischer Hierarchien von Klasse und Rasse

 

Als Grundstein des Projekts Aflenz Memorial in Becoming der Künstlerin Milica Tomić nimmt sich die künstlerisch-wissenschaftliche Konferenz Das Leben der Feldfrüchte: Towards an Investigative Memorialization am 8. und 9. November im Auditorium des Grazer Joanneumsviertels die Aufarbeitung der verdrängten Geschichte des Konzentrations- und Arbeitslagers Aflenz an der Sulm (1944–1945) zum Ziel. 22 Vortragende aus den Bereichen Psychoanalyse, Philosophie, Kulturtheorie und Feminismus sowie Archäologie, Geschichte, Architekturtheorie, Kunst und Aktivismus versammeln sich anlässlich dieser Konferenz, um wichtige aktuelle Fragestellungen wie Krieg und Kapital, (Neo-)Kolonialismus, Eigentum und Ausbeutung, Migration und Arbeitsverhältnisse, Umwelt, Geschlecht und Klassengerechtigkeit zu diskutieren und gemeinsam zu bearbeiten. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung unter www.memorialinbecoming.net wird gebeten.


Foto: Memorial in Becoming

Krieg und Arbeit in den Boden eingeschrieben

„Es ist sehr wichtig, den Zweiten Weltkrieg und die Zeit des Nationalsozialismus als Periode zu betrachten, in der sich einst koloniale Praktiken auf dem europäischen Kontinent durchzusetzen begannen“, betont das Projektteam von Memorial in Becoming (Milica Tomić, Dubravka Sekulić und Philipp Sattler). Diese Praktiken, die sich über ganze Territorien ausbreiteten und zuvor auf den kolonialen Kontext beschränkt waren, prägen auch weiterhin unsere Vorstellungen von Spezies, Rasse und Geschlecht und durchdringen unsere Verhaltensweisen, Institutionen und Vorstellungen bis in die Gegenwart. Ausgehend von der vielschichtigen und vielfältigen Handlungsmacht des Bodens will die Konferenz Das Leben der Feldfrüchte am kommenden Wochenende im Joanneumsviertel die Einschreibung von Krieg und Arbeit aus der Erde heraus aufdecken, beginnend mit der verdrängten Geschichte des Konzentrations- und Arbeitslagers Aflenz an der Sulm im Süden Österreichs (1944–1945). Durch den Einsatz postprozessualer Archäologie und einer Vielzahl von Analysen zeigt sich der Boden durch die Beziehungen von Arbeit und Eigentum als Akteur beim Aufbau ideologischer Hierarchien von Klasse und Rasse. Die zweitägige Konferenz soll die Ergebnisse auf theoretischer Ebene aufarbeiten – 22 Rednerinnen und Redner liefern Beiträge aus unterschiedlichsten künstlerisch-wissenschaftlichen Perspektiven. Das detaillierte Programm ist online unter www.kioer.at abrufbar.

 

Aflenz Memorial in Becoming

Die Konferenz Das Leben der Feldfrüchte soll die theoretische Basis für das Projekt Aflenz Memorial in Becoming von Milica Tomić bilden. Die Künstlerin entwickelt ein Denkmal auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Aflenz in der Südsteiermark. Für eine zeitgenössische Annäherung an Gedenkkultur betrachtet sie Memorialisierung als eine investigative und antikommemorative Praxis des Neuaufbaus, der Aktualisierung und Aktivierung von Wissen in der Gegenwart. Die vorausgehende künstlerisch-wissenschaftliche Konferenz entsteht in Zusammenarbeit von KiöR – Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark; Gemeinde Wagna; Retzhof – Bildungshaus des Landes Steiermark; IZK – Institut für Zeitgenössische Kunst, Fakultät für Architektur, Technische Universität Graz; Tabakalera – International Centre for Contemporary Culture sowie mit finanzieller Unterstützung des Zukunftsfonds der Republik Österreich sowie des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus.

Die Teilnahme ist kostenlos, um Registrierung unter www.memorialinbecoming.net wird gebeten.

 

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Das Leben der Feldfrüchte: Towards an Investigative Memorialization
8.–9. November 2019, ab 10 Uhr
Teilnahme kostenlos
Anmeldung unter
www.memorialinbecoming.net

Weitere Details zum Programm finden Sie hier.

 

Auditorium, Joanneumsviertel, 8010 Graz
www.kioer.at

 

Weitere Informationen sowie Bildmaterial zu Aflenz Memorial in Becoming finden Sie online in unserem Pressebereich: Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

 

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Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung, Ihren Besuch und stehen für Rückfragen sehr gerne zur Verfügung.

 

Herzliche Grüße

Anna Fras
+43/664/8017-9211, anna.fras@museum-joanneum.at

Julia Aichholzer
+43/664/8017-9213, julia.aichholzer@museum-joanneum.at