Universalmuseum Joanneum GmbH

Bei Bauarbeiten entdecktes Grab wird am Tag der offenen Tür im Archäologiemuseum live restauriert

 

Bildmaterial zur Grabung sowie zum Tag der offenen Tür finden Sie unter folgendem Link: Archäologiemuseum

Vor knapp zwei Monaten kam im südsteirischen Großklein bei Wegbauarbeiten ein bemerkenswerter archäologischer Fund zu Tage: In der Nähe des „Pommerkogels“, eines imposanten Fürstengrabhügels aus der Hallstattzeit, entdeckten die Archäologen des Joanneums ein mehr als 2.000 Jahre altes Grab aus der Eisenzeit. Um die Bauarbeiten nicht zu behindern, wurde das Grab im Block geborgen und nach Graz gebracht. Am Tag der offenen Tür am 23. Juni können Besucherinnen und Besucher die archäologische Ausgrabung des Grabes und Restaurierung der Funde im Archäologiemuseum des Universalmuseums Joanneum live erleben.

Chefkurator Marko Mele mit dem Leiter der Abteilung Archäologie und Münzkabinett Karl Peitler bei der Bergung des Grabes,

Chefkurator Marko Mele mit dem Leiter der Abteilung Archäologie und Münzkabinett Karl Peitler bei der Bergung des Grabes, Foto: Universalmuseum Joanneum

Die spannende Blockbergung

In der nächsten Umgebung des „Pommerkogels“ sollen Bauparzellen errichtet werden, weshalb die Marktgemeinde Großklein im Frühjahr 2016 einen Feldweg zu einer asphaltierten Straße ausbauen ließ. Da die Region wegen ihres reichen archäologischen Erbes bekannt ist, beauftragte die Marktgemeinde Großklein das Universalmuseum Joanneum mit der archäologischen Begleitung der baulichen Maßnahmen. Die Erwartungen auf wichtige Befunde zu stoßen, waren nicht besonders hoch. Umso überraschender war es, als Grabungsleiter Marko Mele erkannte, dass ein Bagger oberflächlich prähistorische Scherben angeschnitten hatte. Das dadurch gefundene Grab mit rund 2,5 m Länge und 1 m Breite ist vermutlich mehr als 2.000 Jahre alt und stammt aus der Eisenzeit. Um die Bauarbeiten vor Ort nicht zu behindern, entschied sich Mele für eine Blockbergung: Das Erdreich um das Grab wurde bis auf eine Tiefe von einem Meter abgetragen, der Block mit Holzplatten gefestigt und danach eine Metallplatte unter den rund zwei Tonnen schweren Erdblock geschoben. Mele ist hocherfreut: „Großklein ist immer für eine archäologische Überraschung gut! Es zeigt sich erneut, wie wichtig es ist, dass ein Archäologe rechtzeitig eingebunden wird, wenn Erdbauarbeiten stattfinden. So konnte ein wichtiger Baustein unseres archäologischen Erbes gerettet werden und gleichzeitig wurden größere Verzögerungen beim Bau vermieden.“ Nun wird das Grab minutiös freigelegt. So ist eine genaue Dokumentation der Funde möglich, und es können neue Erkenntnisse zum Bestattungsritual in der Eisenzeit gewonnen werden.

Tag der offenen Tür im Archäologiemuseum

Der 23. Juni steht im Archäologiemuseum in Schloss Eggenberg ganz im Zeichen der Eisenzeit: Die Besucherinnen und Besucher können unter der Leitung der Restauratorin Nina Heyer die Freilegung des Grabes aus Großklein live erleben. Workshops und Sonderführungen geben Einblicke in Opferbräuche und Bestattungsformen der Alten Welt. Ausgangspunkt ist die von Barbara Porod kuratierte Sonderausstellung Tieropfer. Töten in Kult und Religion, die sich mit der Frage beschäftigt, warum Menschen im Altertum glaubten, dass sie durch die Opferung von Tieren die Götter für sich gewinnen können?

 

Tag der offenen Tür im Archäologiemuseum

Rätselhafte Opferbräuche und Bestattungen

Donnerstag, 23. Juni, 8-17 Uhr

Archäologiemuseum, Eggenberger Allee 90, 8020 Graz

www.archaeologiemuseum.at

Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen bei Rückfragen sehr gerne zur Verfügung.

 

Herzliche Grüße

Anna Fras