Universalmuseum Joanneum GmbH

Aktionistische Verletzung des Metalls: Günter Brus’ Druckgrafiken

 

Die Ausstellung Erdruckt und erstochen. Die Druckgrafik von Günter Brus versammelt erstmals vollständig sämtliche Druckgrafiken von Brus: von den frühen Arbeiten im Spiritusdruckverfahren für die Einladungen zum Direct Art Festival (1967) über die Matrizendrucke und Siebdrucke der 1970er-Jahre bis hin zu den großen Radierungen der Nullerjahre. Zu sehen sind diese ab 28. März 2019 im BRUSEUM in der Neuen Galerie Graz.

Günter Brus, Kurzschluss, 1990 (Detail),

Günter Brus, Kurzschluss, 1990 (Detail), BRUSEUM/Neue Galerie Graz, Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Brus hat von sich selbst gesagt, kein großer Erneuerer der grafischen Künste zu sein. Konsequent hat er in den konventionellen Techniken der Kaltnadelradierung, der Lithografie und des Siebdrucks gearbeitet. Technische Experimente haben ihn nicht sonderlich gereizt, wohl aber die unterschiedlichen Ausdrucksmodalitäten, die das jeweilige Verfahren mit sich brachte: „Mir kommt es alleine auf die künstlerische Intensität der Verletzung des gegebenen Metalls an. Vielleicht wäre der Begriff ,Kupfermörderʻ manchmal angebracht.“

 

Gerade seine Kaltnadelradierungen spiegeln die körperliche Anstrengung und den enormen Kraftaufwand, der ihrer Entstehung zugrunde liegt, wider. Mit Stahlnadeln, Taschenmessern, Scheren und Drahtbürsten hat Brus die Metallplatte bearbeitet, ja richtiggehend attackiert. Diese aktionistische Verletzung der Oberfläche, das rastlose Arbeiten bis zur Erschöpfung, die Intensität der gestischen Handschrift zeigen sich nicht nur paradigmatisch in den Blättern der Ausstellung, sondern auch in den dazugehörigen Druckplatten, die das erste Mal zu sehen sind. Brus arbeitet oftmals ohne Skizzen oder Vorzeichnungen direkt in die Platte und knüpft damit an seine direkte Kunst seit den frühen Aktionen an. Die Ausstellung zeigt aber auch, wie er in einer doppelten Transformation Originalzeichnungen heranzieht, um sie in die Druckplatte zu übersetzen und den Darstellungen dadurch einen neuen Charakter gibt.

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Weitere Informationen sowie Bildmaterial zum Download finden Sie unter: Erdruckt und erstochen

 

Erdruckt und erstochen. Die Druckgrafik von Günter Brus

BRUSEUM, Neue Galerie Graz, Joanneumsviertel, 8010 Graz

29.03.–30.06.2019

www.bruseum.at