Universalmuseum Joanneum GmbH

Umfangreiche Fossiliensammlung geht an das Universalmuseum Joanneum

 

Der leidenschaftliche Mineralien- und Fossiliensammler Heribert Raposch überlässt seine umfangreiche Fossiliensammlung dem Universalmuseum Joanneum. Rund 1.000 wertvolle Objekte werden so für zukünftige Studien erhalten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


Foto: Universalmuseum Joanneum/Ingomar Fritz

In den 1970er-Jahren hat Heribert Raposch die Sammelleidenschaft gepackt – und seitdem nicht mehr losgelassen. Davon zeugen unzählige Objekte im Haus des 87-Jährigen in Vordernberg. Unter anderem hat sich der ehemalige Mitarbeiter der Steweag auch dem Sammeln und Präparieren von Fossilien, Mineralien und montanhistorischen Objekten gewidmet. Die Fossiliensammlung, die rund 1.000 Stücke umfasst, hat er nun mittels Schenkungsvertrag dem Universalmuseum Joanneum überlassen. Solange er lebt, soll diese Sammlung bei ihm bleiben, da er sie auch immer wieder Interessierten präsentiert. Danach geht sie in den Besitz des Joanneums (Sammlung Geologie & Paläontologie) über, um sicherzustellen, dass sie entsprechend gelagert, konserviert und präsentiert wird.

Das erste Fossil, den Knochen eines Urelefanten, fand Raposch übrigens bei einem seiner Außendienste – und nahm gleich Kontakt zum damaligen Landesmuseum Joanneum (Dr. Maria Mottl) auf, um herauszufinden, wie man den Fund richtig präpariere. „Seitdem gab es immer wieder Kontakt“, berichtet Ingomar Fritz, Leiter der Geologie und Paläontologie am Universalmuseum Joanneum. Raposch brachte sich alles selbst bei und entwickelte sich zu einem wahren Experten. Er war sogar in Höhlen unterwegs, als das noch erlaubt war, stets auf der Suche nach versteinerten Zeugen der Vergangenheit. Das einzige Problem: Raposch sammelte und präparierte zwar eifrigst und hochprofessionell, doch es gab keine Dokumentation. „Eine Sammlung ohne Dokumentation ist aber leider museal wertlos“, erklärt Fritz. Darum hat er gemeinsam mit unserem Präparator Norbert Winkler und dem agilen Pensionisten, der ein faszinierendes Gedächtnis hat, die paläontologischen Objekte in einer Datenbank erfasst und mit Fotos dokumentiert.

 

„Mir ist wichtig, dass meine Sammlung als Ganzes erhalten bleibt und auch in Zukunft öffentlich zugänglich sein wird“, erklärt Raposch. Das wurde ihm nun vertraglich zugesichert. „Die Objekte werden im Rahmen von passenden Ausstellungen immer wieder zu sehen sein“, verspricht Fritz.

„Wir sind Herrn Raposch zu großem Dank verpflichtet. Diese großzügige Schenkung stellt – vor allem auch dank der hohen Expertise von Heribert Raposch und der entsprechenden Hochwertigkeit der Fossilien – eine echte Bereicherung für die naturkundlichen Sammlungen am Universalmuseum Joanneum dar. Wir freuen uns sehr, dass diese wertvollen Stücke in weiterer Folge auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können“, erklärt die Geschäftsführung des Universalmuseums Joanneum, Wolfgang Muchitsch und Alexia Getzinger.

Kulturlandesrat Christopher Drexler betont: „Die Schenkung dieser umfangreichen Privatsammlung, die durch einen profunden Kenner über die Jahre zusammengetragen wurde, ist eine bemerkenswerte Erweiterung der naturkundlichen Bestände des Universalmuseums Joanneum und eine Bereicherung für zukünftige Studien. Durch die Übernahme bleiben diese wertvollen historischen Exponate für zukünftige Generationen erhalten und können dazu zahlreichen interessierten Besucherinnen und Besuchern zugänglich gemacht werden. Es ist bemerkenswert, welche Schätze in fast fünf Jahrzehnten durch Heribert Raposch mit viel Eifer und Leidenschaft zusammengetragen und präpariert wurden. Wir freuen uns außerordentlich und bedanken uns sehr herzlich für diese umfangreiche Schenkung.“

Bildmaterial finden Sie online unter Schenkung Naturkunde.

 

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Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

 

Julia Aichholzer

+43/664/8017-9213, julia.aichholzer@museum-joanneum.at

Alexandra Reischl

+43/699/1780-9002, alexandra.reischl@museum-joanneum.at