Universalmuseum Joanneum GmbH

Lesenswertes aus dem Tal der Geschichte(n)

 

Eine aktualisierte und erweiterte Ausgabe des beliebten Katalogs fungiert als Wegbeleiter durch das Museumstal. Besonders in Zeiten eingeschränkter personeller Vermittlungsangebote kann man so das Freilichtmuseum Stübing noch besser eigenständig erkunden. Der Museumsführer kostet 14,90 Euro und ist im Museumsshop in Stübing sowie im ausgewählten Buchhandel erhältlich.


Harald Fötschl, Claudia Unger, Egbert Pöttler, Christopher Drexler, Reinhard Tuder und Michaela Steinböck-Köhler (v. l.), Foto: UMJ/J.J. Kucek

Mit dem Frühjahr erblüht nicht nur die Natur, sondern auch die Freude an der Erkundung unserer Landschaften. Ein besonders beschaulicher, aber auch informativer Wanderweg quer durch die bäuerliche Bau-, Wohn-, Wirtschafts- und Lebenskultur aus allen Bundesländern Österreichs liegt nur wenige Kilometer nördlich der steirischen Landeshauptstadt Graz. Eingebettet in das Naturschutzgebiet von Pfaffenkogel und Gsoller, ausgezeichnet als Natura-2000-Gebiet, führt der idyllische Weg entlang des Enzensbachs quer durch die wichtigsten Hauslandschaften Österreichs und damit durch die beachtenswerten Lebensgeschichten unserer Vorfahr*innen aus rund sechs Jahrhunderten.

 

Das Tal der Geschichte(n), wie das Österreichische Freilichtmuseum Stübing auch genannt wird, wurde 1962 auf steirische Initiative als zentrales Freilichtmuseum unseres Landes mit einem bundesweiten Sammlungsauftrag ins Leben gerufen. Über 100 historische Bauten dokumentieren hier die kulturelle Entwicklung jener Lebensbereiche, die als Grundlage unserer Gesellschaft auch unsere Geschichte mitgeprägt haben. Die große Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Hofgruppen aus allen Bundesländern und Kulturräumen, vom Burgenland bis nach Vorarlberg, erlauben einen tiefen Einblick in die einst nachhaltig-ökologischen Lebensweisen.

 

 

Wegbegleiter durch das Tal der Geschichte(n)

Die Veranstaltungen und Vermittlungsangebote in Stübing konnten diese Wanderung quer durch Österreich immer sehr informativ und erlebnisreich gestalten. Nunmehr konnte gemeinsam mit Kulturlandesrat Christopher Drexler auch eine aktualisierte und erweiterte Ausgabe eines „Wegbegleiters“ durch das Museumstal vorgestellt werden. „Das Österreichische Freilichtmuseum Stübing ist ein ganz besonderes steirisches Museumsjuwel von nationaler Bedeutung. Der neue Museumsführer gibt umfassenden Einblick in die einzigartige Sammlung rund um die historischen Bauten, die im Stübinger Tal der Geschichte(n) zu bewundern sind. Das umfangreiche Nachschlagewerk bietet nicht nur alle Informationen für die Besucherinnen und Besucher vor Ort, sondern macht definitiv bereits beim Durchblättern und Hineinlesen Lust auf die intensive Erkundung des Österreichischen Freilichtmuseums. Pünktlich zum Start der Frühjahrssaison und in einer Zeit, in der weite Teile des Kulturbetriebs immer noch stark eingeschränkt sind, laden wir Sie damit ein, die heimische Architektur- und Baugeschichte im eindrucksvollen Museumstal hautnah zu erleben“, so Drexler.

 

Besonders in einer Zeit, in der keine personellen Vermittlungsformate abgehalten werden können, eröffnet der Katalog für Besucher*innen die Gelegenheit, das Museumstal „auf Schusters Rappen“ eigenständig zu entdecken und zu erkunden. Eine große Vielfalt an Themenbereichen rund um Handwerk, Wald- und Almwirtschaft dokumentiert eine in allen Bundesländern verbreitete Arbeitswelt und ergänzt die Alltagsgeschichte des bäuerlichen Lebens.

 

Als Museum der Architektur- und Baugeschichte werden historische Haus- und Hofformen ebenso erklärt wie verwendete Baustoffe und -techniken, handwerkliche Fertigkeiten und nachhaltige wirtschaftliche Grundlagen. Soziale Hintergründe und historische Fakten, die über Jahrhunderte die Entwicklung unserer Gesellschaft prägten, ergänzen die Entstehungsgeschichte(n) unseres materiellen Kulturerbes.

 

Einblick in die Vergangenheit

Doch kein Haus und Hof bestand ohne das Leben und Tun der Menschen. Deshalb werden Gäste auf ihrem Weg durch das Museum auch eingeladen, sich mit den Lebensgewohnheiten und -abläufen früherer Zeiten vertraut zu machen. Zahlreiche Seitenwege sind ausgewählten Themen gewidmet und lassen auch jene immateriellen Lebensbilder sichtbar werden, die einst den Alltag und Jahreslauf der Menschen am Hof bestimmten. So reicht ein weiter Bogen unter anderem von handwerklichen Themen über Brauchtum, Volksmedizin und Religion auch bis zu sozialen Gegebenheiten ‒ etwa den strengen Tischordnungen und den sogenannten „Schwabenkindern“ – und heute noch geläufigen Redewendungen, die ihren Ursprung in diesem Alltag hatten. Dadurch kann der wesentliche Teil der immateriellen Lebensbilder im Tal der Geschichte(n) je nach persönlichem Interesse in die Erkundung mit einbezogen oder zu Hause nachgelesen werden.

 

Für die Museumsbesucher*innen soll dieser Wegbegleiter durch das Tal der Geschichte(n), der mit der finanziellen Unterstützung durch die „Freunde des Österreichischen Freilichtmuseums“ umgesetzt werden konnte, gleichsam ein Schlüssel zum besseren Verständnis einer Lebenswelt sein, die bewährtes Wissen über Generationen weitergereicht hat und auch heute dazu beitragen kann, daraus Neues zu gestalten. Vielleicht regt die Lektüre auch dazu an, die eine oder andere Erkenntnis unserer Vorfahr*innen wieder in einem neuen Kontext zu betrachten und wieder aufzugreifen. 

 

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Österreichisches Freilichtmuseum Stübing

Enzenbach 32, 8114 Stübing

www.freilichtmuseum.at

 

Öffnungszeiten

26. März – 31. Oktober, täglich, 9–17 Uhr (Einlass bis 16 Uhr)

 

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Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung!

 

Mit herzlichen Grüßen

Anna Fras
+43/664/8017-9211, anna.fras@museum-joanneum.at

Alexandra Reischl
+43/699/1780-9002, alexandra.reischl@museum-joanneum.at