Universalmuseum Joanneum GmbH

Historische Räume und Landschaften: Die STEIERMARK SCHAU im Museum für Geschichte

 

Am 9. April öffnet die große STEIERMARK SCHAU, die Ausstellung des Landes, ihre Tore an drei Standorten in Graz und in einem mobilen Pavillon, der durch die Steiermark tourt. Heute präsentierte Kulturlandesrat Christopher Drexler gemeinsam mit der Museumsleiterin Bettina Habsburg-Lothringen eine erste Vorschau auf den Beitrag des Museums für Geschichte zur STEIERMARK SCHAU. Unter dem Titel was war. Historische Räume und Landschaften wird das Wechselspiel zwischen Mensch und Natur seit der ersten Besiedelung der Steiermark im Mittelpunkt stehen.


bei der Präsentation der Vorschau auf die STEIERMARK SCHAU im Museum für Geschichte, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Kulturlandesrat Christopher Drexler: „Die erste große STEIERMARK SCHAU beschäftigt sich mit dem Werden und Wandel der Steiermark. Es ist eine einzigartige Selbstreflexion. Im Museum für Geschichte eröffnen wir mit der Ausstellung ‚was war‘ einen Blick zurück und schauen auf die Entwicklung des Landes und die Einflüsse der über die Jahrhunderte im Gebiet der heutigen Steiermark lebenden Menschen. Die Auseinandersetzung mit den Exponaten zeigt ganz klar: Wir können unserer Geschichte nicht entkommen. Das wollen wir auch nicht. Denn nur die lebendige Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit, ihren Auswirkungen und ihren Einflüssen ermöglicht uns eine positive Fortentwicklung. Was früher war, hat uns zur Gegebenheit geführt, ‚wie es ist‘. Unsere Geschichte ist das Fundament dafür, ‚was sein wird‘. Und sie prägt in besonderer Weise, ‚wer wir sind‘. Auf diese Reise, ausgehend vom Museum für Geschichte, laden wir Sie ab 9. April mit der STEIERMARK SCHAU – ‚Die Ausstellung des Landes‘ herzlich ein! Der Teilbeitrag ‚was war‘ wird geprägt von Modellen, Fundstücken und Objekten, die steirische Geschichte auf weitestgehend ungekannte Art und Weise begreifbar machen. Exponate aus den reichhaltigen Schätzen unserer Regionalmuseen kommen nach Graz und umgekehrt werden vom Museum für Geschichte ausgehend die historischen Entwicklungen vor Ort sichtbar gemacht. Wir reisen der Geschichte hinterher, um ihre Ablagerungen in der ganzen Steiermark noch stärker erleben zu können.“

 

Bettina Habsburg-Lothringen, Leiterin des Museums für Geschichte: „Unser Ziel ist es, mit der Ausstellung sowie dem Rahmenprogramm die Wertschätzung für das kulturelle Erbe zu stärken und unsere Besucher*innen für die Gegenwart der Geschichte zu sensibilisieren.“


im Hintergrund (v. l. n. r.) das Kunsthaus Weiz, das Modell Hauptplatz City-Kaufhaus Leoben, Filialkirche Egidi bei Murau, Burg Ligist die Burg Deutschlandsberg sowie Modell Radwerk IV in Vordernberg, Foto: Universalmuseum Joanneum/Milatovic

Zusammenwirken von Mensch und Natur

Die naturräumlichen Gegebenheiten des Landes haben seit Anbeginn das Leben der hier ansässigen Menschen bestimmt. Diese haben umgekehrt immer schon versucht, die Natur nach ihren Bedürfnissen zu gestalten – dies hat Spuren hinterlassen: Ganze Berge wurden abgetragen, Flüsse umgeleitet und reguliert, Dörfer gegründet und Städte planmäßig angelegt, Grenzen gezogen und wieder aufgehoben, Tunnelröhren durch Berge getrieben, Autobahnen gebaut ... Die Ausstellung begibt sich auf die Suche nach diesen Spuren des Zeitlichen. In insgesamt zwölf Kapiteln und in Form einer Wanderung durch alle Regionen der Steiermark zeigt die Schau an konkreten Beispielen, wie sich welche Zeit bzw. Epoche in den Raum und die Landschaft eingeprägt hat.

 

Wie bringt man all das in einen Ausstellungsraum?

Historische Museen transportieren ihre Inhalte klassischerweise mithilfe originaler Objekte und Überreste. Das ist auch im Falle der STEIERMARK SCHAU im Museum für Geschichte so. Eine ganze Reihe von Fundstücken – Grabsteine und Fragmente der Grazer Burg, ein mittelalterlicher Pranger, Schienen aus Donawitz oder Teile einer „Frankfurter Küche“ – werden teilweise überhaupt erstmals in einem Museum gezeigt. Ergänzt werden die Objekte durch Karten, Skizzen und Baupläne, Grafiken und Statistiken. Eine Reihe von Expert*innen berichten in Form von Videointerviews von den Orten des Geschehens.

 

Eine große Bedeutung in der Ausstellung haben zudem Struktur- und Einzelmodelle: Ob als Dokumente raumbildender Maßnahmen, zur Anschauung von Städten und Dörfern oder für den präzisen Blick auf Klosteranlagen oder Industriekomplexe ‒ sie alle zeigen eine räumlich und zeitlich verdichtete Steiermark im Kleinformat. Ihr Zweck ist es, große, komplexe Dinge verständlich und einsehbar zu machen. Viele Modelle sind entlehnt und wurden dankenswerterweise von regionalen Museen und Geschichtsvereinen, Gemeinden, Archiven und Betrieben, Modellbauer*innen sowie Architekt*innen zur Verfügung gestellt. Durch diese Unterstützung sind nun u. a. die Burg Deutschlandsberg, das Stift Göss, diverse Murtaler Kirchen und Ennstaler Almhütten, der Förderturm Fohnsdorf, Autobahnraststationen, Schulen oder Kurzentren in Graz präsent. Einige Modelle entstehen speziell für diese Ausstellung und werden nach ihrem Ende in die Kulturhistorische Sammlung eingehen.

 

Das Rahmenprogramm: eine Landpartie

Die skizzierte Geschichte im Raum ist Ausgangspunkt des Rahmenprogramms, das als „Landpartie“ angelegt ist. Mit Bezug zu den einzelnen Kapiteln führen Exkursionen Interessierte dorthin, wo sich die Geschichte zugetragen hat. Mit dem Bus, der Bahn, dem Fahrrad oder wandernd kann man so historisch gewachsene Landschaften erkunden. Das Rahmenprogramm entsteht gemeinsam mit jenen Partner*innen, die schon die Vorbereitung der Ausstellung unterstützten. Sie stellen ihre Regionen im Rahmen von Wanderungen und Stadtspaziergängen, Museums- und Archivführungen, Betriebsbesichtigungen sowie Zeitzeug*innen-Gesprächen vor.

 

STEIERMARK SCHAU 2021

Die STEIERMARK SCHAU nimmt gesellschaftliche Fragen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft auf und bereitet sie aus der Perspektive von Kunst und Kultur auf. Drei Museen des Universalmuseums Joanneum – das Museum für Geschichte, das Volkskundemuseum und das Kunsthaus Graz – setzen sich in ihren Ausstellungen zur STEIERMARK SCHAU mit der steirischen Geschichte und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander Mit dem 800 Quadratmeter großen mobilen Pavillon wird ein Ort geschaffen, der die Ausstellung des Landes auch unmittelbar in die steirischen Regionen bringt.

 

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Weitere Informationen und Bildmaterial finden Sie online unter:
was war. Historische Räume und Landschaften

 

was war. Historische Räume und Landschaften

STEIERMARK SCHAU im Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz
09.04.–31.10.2021

www.steiermarkschau.at

www.museumfürgeschichte.at

 

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Mit herzlichen Grüßen

Anna Fras

+43/664/8017-9211, anna.fras@museum-joanneum.at

Julia Aichholzer
+43/664/8017-9213, julia.aichholzer@museum-joanneum.at

Alexandra Reischl
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