Universalmuseum Joanneum GmbH

„Boden in Bewegung“ zeigt neue Forschungsergebnisse im Naturkundemuseum

 

Inwiefern beeinflusst der menschengemachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit von Hangrutschungen? Welche Rolle spielen Landnutzungsänderungen? Wie kann man sich vor solchen Ereignissen schützen? Diesen Forschungsfragen widmete sich eine Studie unter der Leitung des Wegener Centers für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz. Die Ergebnisse dieser Studie werden in der Sonderausstellung Boden in Bewegung. Hangrutschungen im Klimawandel von 28. Mai 2021 bis 9. Jänner 2022 im Steiermark-Relief-Raum des Naturkundemuseums gezeigt. 


Foto: Institut für Militärisches Geowesen

Im Jahr 2009 ereigneten sich in der Südoststeiermark innerhalb weniger Tage über 3.000 Hangrutschungen, ausgelöst durch starke Regenfälle. Dabei entstanden Schäden an Häusern, Straßen, Wiesen und Äckern in der Höhe von mehr als 10 Millionen Euro.

 

Es hat sich herausgestellt, dass der Einfluss des Klimawandels auf die Hangrutschungen im Jahr 2009 zwar noch schwach, aber nachweisbar war. Sollte die Erderwärmung ungebremst voranschreiten, könnten mehrere Entwicklungen eintreten: Diese reichen von einer deutlichen Verringerung der Gefahr von Hangrutschungen bei einem viel trockeneren Boden (jedoch mit den daraus resultierenden negativen Folgen für die Landwirtschaft) bis zu einer drastisch erhöhten Gefahr bei starker Zunahme des Regens. Gelingt es jedoch, die im Pariser Klimaziel vereinbarte starke Begrenzung der globalen Erwärmung zu erreichen, würde sich die Gefahr von Hangrutschungen nur geringfügig erhöhen.

 

Die Ausstellung gibt Einblicke in das komplexe Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die hier wirksam sind. Sie zeigt auf, durch welche Maßnahmen die Gefahr von Hangrutschungen reduziert werden kann, verdeutlicht aber auch, dass Klimaschutz und Naturschutz durchaus unterschiedliche Ziele verfolgen können. Auf die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung wird daher hingewiesen.

 

Eine fotografische Dokumentation, eine multimediale Projektion auf das Steiermark-Relief, Audio-Interviews mit Betroffenen und ein Blick in einen Brunnen während einer Hangrutschung ergänzen und illustrieren die Studienergebnisse.

Sollten Sie Interesse an Interviews mit den Expert*innen bzw. Kurator*innen haben, organisieren wir diese ebenso gerne wie Presseführungen durch die Ausstellung. 

 

Wissenschaftlicher Kurator: Douglas Maraun (Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz)
Künstlerische Leitung: Heike Marie Krause
Kurator*innen: Heike Marie Krause, Wolfgang Paill, Michael C. Niki Knopp
Gestaltung: Natalie Frühmann, Heike Marie Krause

 

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Boden in Bewegung. Hangrutschungen und Klimawandel

In Kooperation mit dem Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz

Naturkundemuseum, Joanneumsviertel, 8010 Graz

Laufzeit: 28.05.2021–09.01.2022

www.naturkunde.at

 

Informationen sowie Bildmaterial finden Sie unter: Boden in Bewegung

 

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Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

 

Mit herzlichen Grüßen

Anna Fras

+43/664/8017-9211, anna.fras@museum-joanneum.at

Alexandra Reischl
+43/699/1780-9002, alexandra.reischl@museum-joanneum.at