Universalmuseum Joanneum GmbH

Wie Günter Brus Klänge auf Papier bringt

 

Die Ausstellung Der ferne Klang widmet sich erstmals anhand von rund 150 Werken dem Einfluss der Musik auf das Werk von Günter Brus – einem bis dato unbeachtet gebliebenen Aspekt seines Schaffens. Zu sehen sind Arbeiten von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. In Brus’ Zeichnungen und Bild-Dichtungen findet sich eine Vielzahl an musikalischen Begriffen, akustischen Wahrnehmungen, Huldigungen an Komponistinnen und Komponisten, zeichnerischen Übersetzungen bis hin zu fragmentarischen Notaturen. Die von Roman Grabner kuratierte Ausstellung Der ferne Klang ist bis zum 28.6. im BRUSEUM in der Neuen Galerie Graz zu sehen.

 

„Bereits seit einigen Jahren war es uns ein Anliegen, eine Ausstellung über Günter Brus und die Musik zu machen – ein Aspekt seines künstlerischen Schaffens, der viel zu lang unbeachtet blieb, für seine Arbeit jedoch wesentlich ist. Brus hat sich diesem Thema in seinen Werken assoziativ sowie performativ genähert, aber auch das Textliche der Musik in Form von Opernlibretti oder Liedtexten in seine Werke einfließen lassen“, erzählt Peter Peer, Leiter der Neuen Galerie Graz.


Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Das musikalische Erweckungserlebnis von Brus fällt in das Jahr 1956, als er im Österreichischen Rundfunk das erste Mal Franz Schrekers frühe Oper Der ferne Klang hört. Daraufhin erscheint die Musik als wichtiger Teil in seinen Werken und Klänge werden zu einer unentbehrlichen Quelle der Inspiration. Während langer Spaziergänge durch die Wälder und Wiesen seiner Heimat experimentiert er mit Atemkompositionen und ein verschollenes Tonband aus dem Jahr 1963 dokumentiert seine musikalischen Versuche auf einem Klavier. Vor allem aber in Zeichnungen widmet er sich der Musik: Hier finden sich eine große Anzahl von Formulierungen, die ihre Wurzeln im Bereich der Musik oder akustischen Wahrnehmungen haben. Von Bildtiteln mit musikalischen Neologismen wie Wundharmonika, Tiefschlafmotette oder Dunkelkammermusik über akustische Assoziationen wie Taube Musik und Gesang ohne Stimme bis hin zu Widmungen und Huldigungen an Komponistinnen und Komponisten wie Jacques Offenbach, Claude Debussy, Wolfgang Rihm, Philipp Glass oder Olga Neuwirth reicht dabei die Bandbreite. „Kurator Roman Grabner beleuchtet in der Ausstellung nicht nur Faktisches zum Schaffen von Brus, sondern auch die assoziativen Elemente der Auseinandersetzung mit Musik und versucht diese mittels der Gestaltung auch auf einer Empfindungsebene an die Besucher/innen zu vermitteln“, so Peter Peer.


Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Begleitet werden die ausgestellten Werke von Zitaten des Künstlers, welche Einblick in seine gedankliche Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Musik und Klang geben und auch auf dessen Relevanz hinweisen. Um die Besucher/innen zum bewussten Wahrnehmen der Umgebung einzuladen, stehen in einer Installation des Komponisten Peter Ablinger spezielle Kopfhörer zur Verfügung – sie verstärken sämtliche Klänge, die sich gerade ereignen.

 

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Der ferne Klang. Günter Brus und die Musik
BRUSEUM, Neue Galerie Graz, Joanneumsviertel, 8010 Graz
21.02.–28.06.2020

www.bruseum.at

 

Den ausführlichen Pressetext sowie Bildmaterial finden Sie unter:

Der ferne Klang

 

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