Universalmuseum Joanneum GmbH

Drei Siegerprojekte für steirische Corona-Denkmäler gekürt

 

Das Kulturressort des Landes Steiermark und das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark am Universalmuseum Joanneum haben basierend auf einer Initiative der Kronen Zeitung in der Steiermark im April einen Wettbewerb zur Gestaltung von Skulpturen in Reflexion auf die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen in der Steiermark ausgeschrieben und gemeinsam zur Umsetzung gebracht. Aus insgesamt rund 300 Einreichungen von 220 Künstlerinnen und Künstlern mit Steiermark-Bezug hat eine siebenköpfige Jury Mitte Juli zehn Finalisten ausgewählt. Nun wurden die drei Siegerprojekte gekürt, die in Graz und an zwei weiteren Orten in der Steiermark umgesetzt werden sollen. Die Jury bezeichnete ihre Entscheidung „aufgrund der hoch- und annähernd gleichwertigen Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler“ als „sehr schwierig“. Die drei Sieger-Entwürfe stammen von den Künstlern Wolfgang Becksteiner, Werner Reiterer und Michael Schuster. Die Eröffnungen der Denkmäler sollen im Frühjahr 2021 erfolgen.


© Wolfgang Becksteiner

Die drei von der Jury ausgewählten Siegerprojekte

 

Wolfgang Becksteiner

Wolfgang Becksteiners künstlerische Arbeit Distanzierte Nähe setzt dem vorgeschriebenen Abstand von einem Meter als Pandemie-Faustregel das sprichwörtliche Denkmal. Auf unaufdringliche und kluge Art wird die neue „Virus-Gesellschaft“ widerspiegelt: Distanz, Isolation und Einsamkeit zeigen sich in der Skulptur von Becksteiner ebenso wie die steinerne Unbeweglichkeit des strengen Präventions-Reglements.

Die Innenseite des Betondenkmals ist aufgeraut und schwarz lackiert ‒ hart und trist wie die Zeit der entbehrungsreichen Krise. Dennoch sind die beiden Enden der Arbeit offen – und machen so Hoffnung auf die Zeit nach der Krise.


© Werner Reiterer

Werner Reiterer

Die Vielschichtigkeit der Arbeit Werner Reiterers überzeugte die Jury ebenfalls: Der langfristige Prozess des Versinkens einer tonnenschweren Kugel im Erdboden, der viele Jahrzehnte dauern wird, ist vergleichbar mit dem Eindringen eines gefährlichen Virus in die menschliche Zelle.

Dieses Verschwinden des Corona-Denkmals thematisiert auch das kollektive Vergessen der Pandemie im Laufe der Zeit. Ähnlich wie es bei der Spanischen Grippe 1918 der Fall war.


© Michael Schuster

Michael Schuster

Mit seiner Arbeit Covid-19 2020 – Cool down and Panic! setzt Michael Schuster ein klares und unverwechselbares Zeichen. Das Corona-Denkmal bildet mithilfe eines Lichtbetonsockels und eines mehrschichtig angelegten Spezialstahls die noch bestehende Krisensituation in ihrer Vielschichtigkeit und Zwiespältigkeit ab. Bedrohung und Zerbrechlichkeit unseres Lebens werden durch irritierend gesetzte Lichtsignale vermittelt. Damit will der Künstler Risse, Spaltungen und Ungleichheiten in der Gesellschaft und unserem Leben sichtbar machen.

 

Die hochkarätig besetzte siebenköpfige Jury setzt sich zusammen aus dem Kunstexperten Ralph Schilcher, Architekt Hermann Eisenköck, der stellvertretenden Intendantin des Festivals steirischer herbst Henriette Gallus, dem Chefredakteur der Kronen Zeitung in der Steiermark Oliver Pokorny, dem Krone-Redakteur und Ideengeber für den Wettbewerb Jörg Schwaiger, UMJ-Direktor Wolfgang Muchitsch und der Leiterin des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark Elisabeth Fiedler.

 

Kulturlandesrat Christopher Drexler: „Der große Kunstwettbewerb zur Gestaltung eines steirischen Corona-Denkmals war ein ausgesprochener Erfolg. Das Ausmaß der Einsendungen war überwältigend – sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht. Ein ganz starkes Zeichen der steirischen Kunstszene, die von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie besonders betroffen war und ist. Wir können wirklich stolz darauf sein, in der Steiermark diesen Wettbewerb durchgeführt zu haben. Und wir können stolz darauf sein, welche Kunstwerke jetzt tatsächlich realisiert werden. Das ist eines der größten Signale für Aufbruch und Zuversicht, das Österreich in den letzten Wochen erlebt hat!“

 

Oliver Pokorny, Chefredakteur der Kronen Zeitung in der Steiermark: „Die Idee zum Corona-Denkmal basierte auf zwei Facetten: Einerseits standen mit Ausbruch der Pandemie auch viele heimische Künstler von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit da. Andererseits war uns klar, dass Corona so sehr in unser aller Leben und in die gesellschaftliche Ordnung insgesamt eingreift, dass es ein Mahnmal für diese Katastrophe braucht – wie immer diese enden wird.“

 

Elisabeth Fiedler, Leiterin des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum: „Ausdrücklich möchte ich allen Künstlerinnen und Künstlern für ihre Teilnahme an diesem Wettbewerb danken. Wir standen nun vor der herausfordernden Aufgabe, aus den herausragenden Letztgereihten die Siegerprojekte zu jurieren. Diese überzeugten aufgrund ihrer vielschichtigen und dabei klaren Ausformulierung und Prägnanz. Sie sind Statement zu und Fragen an uns und unsere Gesellschaft zugleich. Bei aller Aktualität zeichnen sie sich darüber hinaus durch Zeitlosigkeit, Erinnerung und den Blick in die Zukunft aus. Gemeinsam mit den Künstlern werden wir nun in der Realisierungsphase jeweils adäquate Aufstellungsorte ausloten und fixieren. Ich freue mich auf die Umsetzung, um der Allgemeinheit eine entsprechende Zeichensetzung im Zusammenhang mit der Corona-Krise zugänglich machen zu können.“

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Bildmaterial zum Download finden Sie unter Corona-Denkmal

www.kioer.at

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Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung!

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Anna Fras
Presse Universalmuseum Joanneum
+43/664/8017-9211, anna.fras@museum-joanneum.at

 

Michael Eisner

Pressesprecher Büro Landesrat Mag. Christopher Drexler

+43/676/8666 4471, michael.eisner@stmk.gv.at