Universalmuseum Joanneum GmbH

Tag der offenen Grabung gibt spannende Einblicke in Forschungsarbeit

 

Tag der offenen Grabung

27. Juli 2017 (Führungen um 10, 14 und 16 Uhr)

Treffpunkt: Schloss Lind, St. Marein 28, 8820 Neumarkt

Informationen: marko.mele@museum-joanneum.at, +43 664 8017 9576

 

Bildmaterial zum Projekt finden Sie online unter: Archäologiemuseum

In der Steiermark dreht sich derzeit alles um die Archäologie. Nach dem erfolgreichen Archäologie-Camp Austria 2017, das von April bis Juni in Großklein und Judenburg veranstaltet wurde, wird der archäologische Fokus jetzt auf das Neumarkter Hochtal gelegt. Die beiden führenden archäologischen Forschungseinrichtungen der Steiermark, das Institut für Archäologie der Karl-Franzens-Universität Graz und die Abteilung Archäologie & Münzkabinett am Universalmuseum Joanneum, setzen diesen Sommer im Rahmen einer Lehrgrabung den Spaten in Neumarkt an. Unweit vom steirischen Schloss Lind werden mit tatkräftiger Unterstützung des Historischen Arbeitskreises Neumarkter Hochtal und der Marktgemeinde Neumarkt einige potenzielle prähistorische Fundstellen untersucht. Interessierte können am 27. Juli 2017 beim Tag der offenen Grabung den Archäologinnen und Archäologen bei der Arbeit über die Schulter blicken.

Freilegung der Reste des hallstattzeitlichen Grabhügels auf dem Linder Feld,

Freilegung der Reste des hallstattzeitlichen Grabhügels auf dem Linder Feld, Foto: Universalmuseum Joanneum/M. Mele

Luftaufnahmen gaben ersten Hinweis auf hallstattzeitliches Gräberfeld

Im Trockensommer 2013 beauftragte das Land Steiermark eine Fluggesellschaft mit der systematischen Überfliegung der Steiermark, um aktuelle Luftfotos für unterschiedliche Landesdienste anzufertigen. Diese Luftaufnahmen sollten später eine außerordentliche Bedeutung für die archäologische Erforschung der Steiermark haben. Wegen des trockenen Sommers konnten auf den Luftfotos des Linder Feldes Bewuchsmerkmale in Form von Kreisen entdeckt werden. Archäologen erkannten schnell, dass die Kreise mit einem Durchmesser von 10 bis 30 Metern wahrscheinlich die Reste von Umfassungsgräben prähistorischer Grabhügel darstellen. Im Frühjahr 2017 untersuchte ein Team von Geophysikern mithilfe von Geomagnetik auf dem Linder Feld eine Fläche von rund 13.000 m2, auf der die Kreise besonders deutlich ausgeprägt waren. Damit konnte ein erster Blick unter die Erdoberfläche geworfen werden, ohne dass ein Spaten angesetzt werden musste.

 

Archäologische Grabung in Neumarkt

Nach der Auswertung der Luftfotos und der Geophysik wurde von Grabungsleiter Marko Mele eine Grabungsfläche für die Untersuchung ausgewählt. Seit 17. Juli untersucht das Grabungsteam die Reste eines Grabhügels, um den Erhaltungszustand der zur Gänze abgeflachten Grabhügel festzustellen und eine erste Datierung des Gräberfeldes zu versuchen. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass der Umfassungsgraben mit rund 15 Metern Durchmesser noch gut erhalten ist. Im Graben und im Inneren des Grabhügels wurden darüber hinaus Steinkonstruktionen freigelegt, die auf eine steinerne Grabkammer hindeuten. Die ersten Einzelfunde deuten auf eine Datierung in das 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr. hin.

Auf den Luftfotos sind anhand von Bewuchsmerkmalen die Konturen von eingeebneten Grabhügeln zu erkennen,

Auf den Luftfotos sind anhand von Bewuchsmerkmalen die Konturen von eingeebneten Grabhügeln zu erkennen, Foto: GIS Steiermark

Archäologie für die Öffentlichkeit

Die Einbindung der lokalen Bevölkerung und ihre Sensibilisierung für das reiche archäologische Erbe des Neumarkter Hochtales ist ein wichtiges Anliegen des Forschungsteams. Im Vorfeld der Grabung organisierte der Historische Arbeitskreis Neumarkter Hochtal zusammen mit dem Universalmuseum Joanneum auf dem Hauptplatz von Neumarkt einen Bestimmungstag für archäologische Funde, alte Münzen und Mineralien sowie die Vortragsveranstaltung „Landschaft lesen, Geschichte entdecken“ im Schloss Lind.

 

Nun sind alle Interessierten zum Tag der offenen Grabung am 27. Juli 2017 eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung können die Besucher/innen den Archäologinnen und Archäologen über die Schulter schauen und mehr über die Möglichkeiten der modernen Archäologie erfahren.

 

Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen sehr gerne zur Verfügung!

 

Mit herzlichen Grüßen

Anna Fras & Pia Moser