Universalmuseum Joanneum GmbH

Nächtliche Fotoexpedition, Geschichtsbüfett und multimediale Schätze

 

Land bei Nacht. Fotoexpedition in die nächtliche Steiermark
17.11.2017-25.02.2018

Schaudepot. Foto Film Ton
Dauerausstellung

100 x Steiermark
Semipermanente Ausstellung

 

Weitere Informationen sowie Bildmaterial zu den Ausstellungen finden Sie unter folgenden Links: Land bei Nacht, Schaudepot. Foto Film Ton und
100 x Steiermark

 

Die Geschichte ist angerichtet. Nachdem das Museum für Geschichte mit einem neuen Konzept und ersten Ausstellungen im April 2017 seine Pforten geöffnet hatte, wurde am 16.11. der Vollbetrieb gefeiert: Mit der neuen semipermanenten Ausstellung 100 x Steiermark und dem zweiten Teil des Schaudepots, der die Medien Foto, Film und Ton umfasst, wurde die Sammlungspräsentation im zweiten Obergeschoss des Museums für Geschichte nun fertiggestellt. Zusätzlich wurde am Donnerstag die neue Sonderausstellung der Multimedialen Sammlungen Land bei Nacht. Fotoexpedition in die nächtliche Steiermark präsentiert. Museumsleiterin Bettina Habsburg-Lothringen freut sich über die zahlreichen Interessierten, die zur Eröffnung gekommen sind: „Das Anliegen des Museums für Geschichte ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen – um damit ein breites Bewusstsein für das Geworden-Sein der steirischen Landesgeschichte zu schaffen.“

Gruppenfoto,

v.l.n.r.: Joanneums-Direktor Wolfgang Muchitsch, Anastasia Su (Co-Founder und Creative Director, 13&9), Leiterin der Abteilung Kulturgeschichte Bettina Habsburg-Lothringen und Martin Lesjak (CEO und Co-Founder, INNOCAD), Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Erleuchtete Stadt
Nach Fauth fotografiert ist Land bei Nacht die zweite Fotoausstellung der Multimedialen Sammlungen im Museum für Geschichte. Die von Christoph Pietrucha und Max Wegscheidler kuratierte Schau erstreckt sich über drei Räume und zeigt mit rund 100 Fotografien Momentaufnahmen, die zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang entstanden sind: von Leuchtreklamen und lichterfüllten Schaufenstern über städtische Straßenszenen bis hin zu sich in der Nacht amüsierenden Personen. In acht Kapiteln schreitet Land bei Nacht durch die nächtliche Steiermark bis in die 1990er-Jahre und durchstreift dabei die Fotobestände der Multimedialen Sammlungen. Die hauseigenen Bestände werden durch Fotografien aus weiteren steirischen Museen und Archiven sowie interaktive Kinderstationen ergänzt. „Mit der Ausstellung wollen wir auch zeigen, welch unterschiedliche Vorstellungen von der Vergangenheit wir haben“, betont Kurator Max Wegscheidler. So findet man auf den gezeigten Fotografien zahlreiche vertraute Orte und bekannte Szenen aus Graz und der Steiermark. „Natürlich stellen sich hier auch gewisse Nostalgiemomente ein – die Besucherinnen und Besucher sollen sich in der Ausstellung wiederfinden“, ergänzt Kurator Christoph Pietrucha.

Das Kuratorenduo Christoph Pietrucha (l.) und Max Wegscheidler (r.),

Das Kuratorenduo Christoph Pietrucha (l.) und Max Wegscheidler (r.), Foto Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Multimediale Schätze im erweiterten Schaudepot
„Es ist ein Meilenstein in der Geschichte der Multimedialen Sammlungen.“ So beschreibt Kuratorin Maria Froihofer das erweiterte Schaudepot im Museum für Geschichte, das ganz den Medien Foto, Film und Ton gewidmet ist. Anhand von etwa 350 Zeugnissen ermöglicht die neue Dauerausstellung Einblicke in die jüngere Geschichte der Steiermark und gibt spannende Einblicke hinter die Kulissen der Multimedialen Sammlungen – die mit mehr als 2,5 Millionen Objekten zu den bedeutendsten und quantitativ umfassendsten fotografischen und audiovisuellen Sammlungen Österreichs zählen. Gezeigt werden Fotografien, Filme, Video- und Tonaufnahmen in reproduzierter bzw. digitalisierter Form. Mit einer App zur Ausstellung sowie Tablets vor Ort wird zudem die wechselhafte Geschichte der Multimedialen Sammlungen erzählt. „Durch die interaktive Gestaltung wollen wir dazu einladen, die präsentierten Inhalte immer wieder neu zu betrachten“, erklärt die Kuratorin. Im neuen Schaudepot Foto Film Ton kann man etwa einer Auswahl an steirischen Kirchenglocken lauschen, die in den 1960ern aufgenommen wurden, oder im Miniaturkino Aufnahmen von einem Sommertag des Jahres 1930 im Margaretenbad bestaunen. Zusätzlich sind auch beeindruckende technische Artefakte ausgestellt, die für die Produktion, Sammlung und Erforschung der multimedialen Bestände von Bedeutung waren und sind.

Kuratorin Maria Froihofer in der Ausstellung "Foto Film Ton",

Die Kuratorin Maria Froihofer in der Ausstellung "Foto Film Ton", Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

100 Fragen und Antworten
Die dritte Schau 100 x Steiermark ist ein Gemeinschaftsprojekt der Volkskundlichen, Kulturhistorischen und Multimedialen Sammlungen sowie des Landeszeughauses und beleuchtet anhand von 100 Episoden sowie 200 ausgewählten Objekten das Werden und den Wandel der Steiermark vom Hochmittelalter bis in das 21. Jahrhundert. „Die Schau soll ein Bewusstsein dafür schaffen, wie radikal sich die Gesellschaft in den letzten 1000 Jahren verändert hat, wobei gleichzeitig auch eine gewisse Beständigkeit im Wandel spürbar ist“, führt Museumsleiterin und Kuratorin Bettina Habsburg-Lothringen durch die Ausstellung. Bei der Konzeption galt ihr Interesse weniger politischen Entwicklungen des Landes als vielmehr jenen Grundfragen, die Menschen und Gesellschaften immer wieder aufs Neue bewegen. Dabei behandelt 100 x Steiermark Themen wie Bildung, Religion, Kleidung, Nahrung, Soziales oder die Stellung der Frau im jeweiligen historischen Zusammenhang.
Für die architektonische Gestaltung der neuen Ausstellung im historischen Spiegelsaal und weiteren Prunkräumen des Palais Herberstein zeichnet Martin Lesjak von INNOCAD und sein Team verantwortlich. „Ausgehend vom Bild einer ‚gedeckten Geschichtstafel‘ wurden ausschließlich gläserne, teils verspiegelte, möbelartige Einbauten realisiert, die an die historische Nutzung dieser Räume erinnern und gleichzeitig als Träger der Ausstellungsobjekte dienen“, so Lesjak.

 

Was kommt, was bleibt?
Mit 100 x Steiermark möchte das Museum für Geschichte nicht zuletzt die Besucherinnen und Besucher zur Teilhabe an ihrer persönlichen Geschichte einladen. Denn, so Bettina Habsburg-Lothringen, „es waren in jeder Generation Menschen, gesellschaftliche Gruppen sowie Einzelne, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu Ereignissen und Entwicklungen verhalten – und so Geschichte aktiv mitgestaltet haben.“ Daher ist der letzte Raum den Fragen „Was kommt, was bleibt?“ gewidmet. Er fordert die Besucher/innen dazu auf, eigene Ideen einzubringen, welche Themen und Objekte für die Dokumentation des 20. und 21. Jahrhunderts aus ihrer Sicht wichtig sind, um auch die jüngste Geschichte der Steiermark in die musealen Sammlungen einzuspeisen – ein Vorhaben, dem sich das Museum für Geschichte in den nächsten Jahren widmen wird.

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Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung!

 

Mit herzlichen Grüßen
Pia Moser und Anna Fras