Universalmuseum Joanneum GmbH

Historischer Obstgarten in Schloss Eggenberg eröffnet

 

Entwurf des Obstgartens: Thomas Ster

Pflanzung und Veredelung der Bäume: Obstbaumschule Hubmann

In Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Steiermark

Unterstützt von zahlreichen Baumpatinnen und -paten

www.welterbe-eggenberg.at

 

Weitere Informationen sowie Bildmaterial finden Sie unter folgendem Link: Historischer Obstgarten

Mit der Wiederherstellung eines kleinen formalen Obstgartens ist der Eggenberger Schlosspark um eine weitere Attraktion reicher. Gut 50 historische Apfel- und Birnensorten, in traditioneller Manier auf Hochstamm veredelt, werden in den kommenden Jahren die Vielfalt an Formen, Farben und Geschmack alter Früchte wieder erlebbar machen. Im Rahmen der gestrigen Präsentation freute sich Barbara Kaiser, Leiterin von Schloss Eggenberg, über die Rekonstruktion des barocken „Pelzgartens“: „Der Obstgarten ist genauso wie das Museum ein Wissenspool aus der Vergangenheit – jedoch mit dem Unterschied, dass Gärten lebendig und vergänglich sind. Mit der Wiederherstellung des historischen Obstgartens feiern wir gleichzeitig eine Reminiszenz an die alten Obstsorten.“ Die Umsetzung des Gartens wurde großzügig von der Landwirtschaftskammer Steiermark und unzähligen Baumpatinnen und -paten unterstützt. Werner Brugner, Kammeramtsdirektor der Landwirtschaftskammer, betonte, dass der historische Obstgarten im Park von Schloss Eggenberg ein wertvoller Beitrag sei und auf die lange Tradition des Obstbaues in der Steiermark hinweist.

Historischer Obstgarten im Park von Schloss Eggenberg

Der historische Obstgarten im Park von Schloss Eggenberg, Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Die historischen Ursprünge

Die Geschichte des Obstbaus in Eggenberg ist älter als das heute bestehende Schloss. Schon das spätmittelalterliche Haus besaß einen großen Garten, der während des Umbaus zur fürstlichen Residenz weiter betrieben wurde, schließlich waren Früchte und Gemüse kostbar. Hofgärtner Peter Preiner betreute schon vor 1630 den fürstlichen Obstgarten, den man damals „Pelzgarten“ nannte, weil darin Edelreiser („pelzer“) auf robuste Unterlagen („wiltling“) veredelt („gepölzt“) wurden. Nach Abschluss des Schlossbaus begann man 1663 mit dem umfangreichen Ausbau des alten Renaissancegartens zur riesigen formalen Anlage mit ihren „Kränzelgärten“ und Baumalleen, „Wasserkünsten“, Spielflächen und Fasangärten, die sich bald bis an die heutigen Parkmauern erstreckte. Ein großer Bereich davon – auf einer nördlich des Schlosses gelegenen Terrasse – war ein Baumgarten, den Balthasar Adamer, „Gärtner und Pelzmeister“, ab 1663 mit „allerlei Pirnen, Öpfl, Marillen, Spänische Weixel und andere Fricht“ befüllte. Hunderte „edle Piern und Öpfl Pelzer auß denen demollirten Gärten umb die Statt Gräz“ wurden zum Veredeln für die Eggenberger „Pelzschuell“ angekauft, um genug Obst für den riesigen barocken Hof zur Verfügung zu haben.

Historischer Obstgarten im Park von Schloss Eggenberg

Historischer Obstgarten im Park von Schloss Eggenberg, Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Der neue Obstgarten

Die noch jungen Bäume wurden von der Obstbaumschule Hubmann veredelt und in jenem Areal des Schlossparks gepflanzt, wo sich auch der historische Obstgarten befand. Im Winter 2015/16 mussten an der Ostecke einige Bäume – aufgrund von Alter und Pilzbefall – gefällt werden und die entstandene Freifläche bietet nun optimale Bedingungen für die jungen Bäume. Die Obstanlage ist somit eine Erinnerung an die großen „Pelzgärten“, die seit dem 17. Jahrhundert zwischen den hohen Heckenwänden des Eggenberger Ziergartens bestanden. So ist es möglich, zumindest einige der kostbaren historischen Obstsorten, die heute vielfach vom Aussterben bedroht sind, zu erhalten und den Besucherinnen und Besuchern etwas von der Vielfalt an Formen, Farben und Geschmack alter Früchte zu vermitteln. Die aus dem frühen Biedermeier erhaltenen Kataloge der „Herberstein´schen Handelsgärtnerei“ waren bei der Auswahl der Sorten eine große Hilfe. In den nächsten Jahren sollen die Bäume anwachsen und vermitteln nicht nur wie der Garten ursprünglich aussah, sondern auch wie die historischen Apfel- und Birnensorten schmecken.

 

Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen bei Rückfragen sehr gerne zur Verfügung.

 

Herzliche Grüße,

Anna Fras & Pia Moser