Universalmuseum Joanneum GmbH

Abschlussveranstaltung des Archäologie-Camps Austria 2017

 

EU-Projekt Iron-Age-Danube

Abschlussveranstaltung des Archäologie-Camps Austria 2017

Dienstag, 20. Juni 2017, 18:00-19:30 Uhr

Mittwoch, 21. Juni 2017, 14:00-21:00 Uhr

Gemeinde- und Ärztezentrum, 8452 Großklein 120

Anmeldung unter: Angelika Schweiger, angelika.schweiger@museum-joanneum.at, +43-699/13 39 45 21

Eintritt frei

 

Weitere Informationen, das detaillierte Veranstaltungsprogramm sowie Bildmaterial finden Sie unter:Iron-Age-Danube

 

Im Jänner 2017 startete unter der Federführung des Universalmuseums Joanneum das Archäologie-Projekt „Monumentallandschaften der Älteren Eisenzeit im Donaubecken“, kurz Iron-Age-Danube. Das im Zuge dieses Projekts eingerichtete Archäologie-Camp Austria 2017 führt seit Anfang Juni 20 Archäologen aus vier Ländern neben Strettweg bei Judenburg auch in das südsteirische Sulmtal. Nun kamen in der Nähe von Heimschuh bei der Untersuchung eines prähistorischen Verteidigungswalls Brandspuren zum Vorschein, die auf eine Feuerkatastrophe hinweisen.

Zum Abschluss des Camps laden das Universalmuseum Joanneum und die Marktgemeinde Großklein am 20. und 21. Juni in das Gemeinde- und Ärztezentrum Großklein. Bei freiem Eintritt sprechen am 20. Juni ab 18 Uhr Vortragende aus dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz und dem Naturhistorischen Museum Wien über Mensch und Landschaft in der Eisenzeit. Am 21. Juni gibt es ab 14 Uhr Informationen und Diskussionen zum Thema Archäologie und Tourismus.

Das internationale Iron-Age-Danube Team,

Das internationale Iron-Age-Danube-Team, Foto: UMJ/M. Mele

Neue Ergebnisse aus der Geländeforschung im Saggau- und Sulmtal

Bereits vor über 2800 Jahren wurden die Flusstäler und Berghänge von Sulm und Saggau von Menschen intensiv besiedelt. In dieser Zeit, die durch die Einführung des Eisens gekennzeichnet ist, entstand auf dem Burgstallkogel bei Großklein eine zentrale stadtähnliche Siedlung mit einem imposanten Hügelgräberfeld. Die Wissenschaftler/innen des Universalmuseums Joanneum sind seit Anfang April im Sulm- und Saggautal unterwegs, um mehr über das Umfeld dieser zentralen Siedlung in Erfahrung zu bringen.

Gab es in diesem Gebiet weitere Zentren? Welche Kommunikations- und Handelswege waren damals vorhanden? Wo befinden sich weitere Gräberfelder? Woher bezogen die Menschen ihre Rohstoffe, vor allem das Eisenerz? Das sind nur einige Fragen, denen im Rahmen des Forschungsprojekts nachgegangen wird. Dazu werden gezielte Geländebegehungen, geophysikalische Vermessungen und archäologische Grabungen an mehreren potenziellen Fundstellen vom Radlpass bis nach Leibnitz durchgeführt.

Eine der spannendsten Grabungen läuft derzeit in der Nähe von Heimschuh, wo auf dem Königsberg ein mächtiger prähistorischer Verteidigungswall freigelegt wird. Die Brandschicht mit bronzezeitlicher Keramik, die sich weit in den Wall hineinzieht, deutet auf einen Siedlungsbrand vor der zweiten Erhöhung des Erdwalls hin. Unruhige Zeiten vor mehr als 3.000 Jahren?

Freilegung und Dokumentation des Verteidigungswalls auf dem Königsberg bei Heimschuh,

Freilegung und Dokumentation des Verteidigungswalls auf dem Königsberg bei Heimschuh, Foto: UMJ/M. Mele

Archäologie-Camp Austria 2017

Dem exklusiven Kreis an bedeutenden mitteleuropäischen Fundplätzen gehören mit Großklein in der Südsteiermark und Strettweg bei Judenburg auch zwei steirische Regionen an. Seit Anfang April 2017 sind dort 20 Archäologinnen und Archäologen aus vier Ländern unterwegs, um das eisenzeitliche Erbe der Steiermark zu erforschen und den Menschen näher zu bringen. Die Forschungsaktivitäten – Auswertung von Laserscans aus der Luft (LiDAR), geophysikalische Vermessungen und archäologische Grabungen – werden von einer Reihe von populärwissenschaftlichen Veranstaltungen begleitet und stehen unter dem Titel „Archäologie-Camp Austria 2017“.

Bronzezeitliche Scherbe bei der Auffindung,

Bronzezeitliche Scherbe bei der Auffindung, Foto: UMJ/M. Mele

Abschlussveranstaltung des Archäologie-Camps Austria 2017

Ein wesentliches Element des Archäologie-Camps ist die Vermittlung von neuen Erkenntnissen über die Eisenzeit an die Öffentlichkeit. Deswegen findet am 20. und 21. Juni im Gemeinde- und Ärztezentrum Großklein eine große Abschlussveranstaltung statt. Am Abend des 20. Juni steht die Vortragsveranstaltung „Mensch und Landschaft in der Eisenzeit“ mit Prof. Dr. Markus Egg (Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz) und Dr. Anton Kern (Naturhistorisches Museum Wien) auf dem Programm. Der 21. Juni steht unter dem Motto „Archäologie & Tourismus – Eine Partnerschaft mit Zukunft“. Mit Impulsvorträgen und einer Podiumsdiskussion wird den Möglichkeiten einer nachhaltigen Partnerschaft von Archäologie und Tourismus nachgegangen.     

 

Das Projekt

Im Jänner 2017 startete unter der Federführung des Universalmuseums Joanneum das Archäologie-Projekt „Monumentallandschaften der Älteren Eisenzeit im Donaubecken“, kurz Iron-Age-Danube. Elf Projektpartner und neun assoziierte Partner aus fünf Ländern (Kroatien, Österreich, Slowakei, Slowenien und Ungarn) erforschen mit modernsten Technologien das archäologische Erbe der Frühen Eisenzeit (Hallstattzeit), damit es geschützt und zugleich touristisch genutzt werden kann. Ein erster Meilenstein dazu sind internationale Grabungscamps in insgesamt neun archäologischen Regionen, die in diesen Ländern liegen.

Das Projekt Iron-Age-Danube ist Teil des Interreg Danube Transnational Programme der EU und wird von dieser mit EFRE-Mitteln in Höhe von € 2.169.200 EUR gefördert. Diese Summe macht ca. 85 % des Gesamtprojektvolumens von € 2.552.000 EUR aus.

 

 

Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung und stehen für Rückfragen sehr gerne zur Verfügung.

 

Herzliche Grüße

Anna Fras & Pia Moser