Timm Ulrichs

(1940, Berlin - lebt in Hannover und Münster)

Timm Ulrichs
The End a) Visueller Text b) Anthologie aus 60 "End"-Einstellungen c) Tätowier-Aktion
1966; 1970/90/97; 1970/81
Farbe
6:09 min
Inv. - Nr. IX/394
© VBK, Wien 2010 

Die Wurzeln der einzigartigen Kunstposition Timm Ulrichs, der sich bereits 1961 als "erstes lebendes Kunstwerk" selbst ausstellt und ein Jahr später mittels Tätowierung selbst signiert, liegen im Dadaismus und im Konzept des Readymades von Marcel Duchamp. Die Erweiterung des Kunstbegriffs und das Ideal der 1960er Jahre, Kunst und Leben zu vereinen, wird von Ulrichs konsequent verfolgt und als Resümee erklärt er sich selbst und das eigene Tun bedingungslos zur Kunst. Es finden sich zahlreiche Arbeiten, in denen der Künstler mit der Sprache des Films spielt und diese auf die Realität, auf das Individuum, umlegt. Beispielsweise zieht er Parallelen zwischen dem menschlichen Auge und der Kamera. In einem Teil des Videos "The End" lässt sich Ulrichs selbigen Titel auf die eigenen Augenlieder tätowieren: Da die Welt, wenn das lebendige Kunstwerk Ulrichs sie erblickt, ein Kunstwerk ist, ist dieses "Augen-Kino" (Ulrichs) gleichsam beendet, wenn er die Augen schließt.

Neue Galerie Graz

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