Gordon Matta-Clark

(1943, New York – 1978, New York)

Humphrey Street Splitting
1974
Silbergelatine, 25 x 20,5 cm
1998 Ankauf aus Kunsthandel
Inv.-Nr. X/1766
© VBK, Wien 2010

Bereits während seiner Studienzeit in den 1960er Jahren (in New York sowie 1963/64 französische Literatur an der Sorbonne in Paris) schuf Gordon Matta-Clark ortsspezifische Installationen. Die Natur und die Architektur festigten sich als die beiden Hauptquellen und Materialien seiner Kunst, die Elemente von Konzeptkunst und Minimal Art aufweist. Nach kleinen Interventionen mit den bestehenden Strukturen von Häusern begann er um 1970, das Haus als Objekt zu begreifen und als Ganzes zu bearbeiten, beispielsweise an Abrisshäusern die Oberflächen zu gestalten und ganze Gebäude zu spalten. Die Arbeiten wurden fotografisch und filmisch festgehalten. Lichteffekte und die Möglichkeit besonderer Raumwahrnehmung und -entfremdung sind es, die ihn faszinierten, ebenso wie das prinzipielle Durchbrechen künstlerischer und architektonischer Normen. Matta-Clark arbeitete eigenhändig mit dem Stemmeisen, um die Häuser nahe am Zusammenbruch zu bearbeiten. Die Fotografien bearbeitete der Künstler oft weiter, beispielsweise als Collagen. Sie stellen mehr als lediglich Dokumentationsmaterial dar.
Das Gebäude in der Humphrey Street in New Jersey, das Matta-Clark 1974 „splittete“, ein typisches amerikanisches Mittelstandhaus in Substandard-Zustand, gehörte einem ihm bekannten Ehepaar, welches vorhatte, es abzureißen. Davor stellten es die Besitzer Matta-Clark zur künstlerischen Bearbeitung zur Verfügung, die sich über Monate erstreckte. Der Künstler brachte zwei Schnitte durch die Mitte des Hauses an. Danach wurde ein Teil des Fundaments abgetragen, so dass das Haus einsank und sich aus dem Spalt eine keilförmige Öffnung bildete. In einem nächsten Schritt schnitt Matta-Clark auf Höhe des zweiten Stocks vier Ecken heraus, welche als Skulptur zu verstehen sind. Durch die Spaltung ergaben sich extreme Lichteffekte im Inneren des Hauses, die vom Künstler fotografisch festgehalten wurden.

Neue Galerie Graz

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