Kaiser Joseph II.

Foto: UMJ/N. Lackner

Künstler: Joseph Hickel (Umkreis)

Datierung: ca. 1780
Technik: Öl auf Leinwand
Maße: 130 x 90 cm      
Besitz: Alte Galerie, UMJ
Inventarnummer: 618

Joseph II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (Wien 13.3.1741–20.2.1790 Wien)

Der am 13.3.1741 als Sohn Kaiser Franz Stephans I. von Lothringen und Maria Theresias von Österreich in Wien geborene Joseph II. war ein Vertreter des aufgeklärten Absolutismus.

 

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1765 wurde er zum Mitregenten seiner Mutter ernannt. Die Jahre der gemeinsamen Herrschaft waren von einem angespannten Mutter-Sohn-Verhältnis geprägt, dem Joseph mit ausgedehnten Reisen durch die Länder der Monarchie zu entkommen versuchte.

 

Während der junge Joseph voller Tatendrang war, verstand sich Maria Theresia, die das Ruder fest in der Hand behielt, gegen Ende ihres Lebens hin immer mehr als Bewahrerin, weshalb Josephs Handeln auf eine eher symbolische Ebene beschränkt war. Er veranlasste unter anderem die Vereinfachung des Hofzeremoniells, die Abschaffung der Folter und die Öffnung der kaiserlichen Gärten für die Öffentlichkeit.

 

Seine beiden Ehen – 1960 mit Prinzessin Isabella von Parma, 1965 mit Maria Josefa von Bayern – wurden im Sinne der habsburgischen Heiratspolitik von seiner Mutter und dem Staatskanzler Kaunitz arrangiert. Keiner seiner Nachkommen überlebte das Kindesalter. Nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau widersetzte sich Joseph jedoch den weiteren Heiratsplänen Maria Theresias.

 

Nach deren Tod im Jahr 1780 begann Joseph mit der Umsetzung seines seit Langem geplanten, umfangreichen und radikalen Reformprogrammes. Nach dem Motto „Alles für das Volk, nichts durch das Volk“ sah sich Joseph als „Erster Diener des Staates“, der sich für das Wohl des Volkes aufopfern sollte, seinen Untertanen jedoch jegliches Mitspracherecht verweigerte. Deshalb wurden seine Maßnahmen zumeist als Tyrannei empfunden und stießen auf erbitterten Widerstand.

 

Dennoch gelang es ihm, zum Teil noch lange fortwirkende und tiefgreifende Änderungen im Bereich der Religionspolitik (Aufhebung der Klöster), des Rechtswesens, der Medizin, der Administration sowie auf dem Gebiet des Musik- und Theaterwesens zu bewirken. Er verfolgte eine aggressive Außenpolitik, deren Ziel es war, Habsburgs Führungsrolle in Mitteleuropa zu festigen.

 

Seine 1787 geschlossene Allianz gegen das Osmanische Reich mit Zarin Katharina von Russland führte zum Zweiten Russisch-Österreichischem Türkenkrieg (1787–1792).

 

Am 20.2.1790 starb Joseph II. an einer Lungenentzündung in Wien. Noch am Totenbett war er gezwungen, zahlreiche seiner Maßnahmen zu widerrufen. Doch in den nachfolgenden Generationen entwickelte sich ein regelrechter Denkmalkult um den in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzten Kaiser, dessen Regierungszeit – trotz vieler Rückschläge – einen bedeutenden Schritt zur Modernisierung in vielen gesellschaftlichen Bereichen dargestellt hatte.

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