Steckkamm, um 1820

Steckkämme gehörten zur weiblichen Haarmode des frühen 19. Jahrhunderts. In kostbaren Materialien ausgeführt, erinnerten sie an Diademe und gaben der Gesamterscheinung ihrer bürgerlichen Trägerinnen ein fast königliches Aussehen. Die durch Kriege und Teuerung in napoleonischer Zeit v.a. in Preußen und Österreich heraufbeschworene Not verhalf jedoch einer erheblich kostengünstigeren Fertigungsmethode zu besonderem Aufschwung, dem Eisenguss. Unter der Devise „Gold gab ich für Eisen“ geriet auch das Tragen von Eisenschmuck zum patriotischen Bekenntnis. Die überaus subtile, aus 35 Teilen bestehende Ornamentik des Grazer Steckkammes erinnert an mittelalterliche Firstkämme. Sie steht bereits im Zeichen der frühen Neugotik und der damit einhergehenden, ebenfalls aus patriotischen Motiven entstandenen Mittelalterbegeisterung der romantischen Epoche. 

 

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Museum im Palais

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