Plakette, 1523

Sigmund von Dietrichstein (1484-1533) war als Landeshauptmann der Steiermark der Vertreter Kaiser Maximilians I. in Innerösterreich und dessen treuer Gefolgsmann. Zu seinen Amtspflichten zählte auch die Instandhaltung der Befestigungswerke. Davon zeugt diese vermutlich in Süddeutschland oder Tirol entstandene Bronzeplakette, die zu den wichtigsten Zeugnissen der Renaissance in der Steiermark zählt. Die Mitte nimmt das Profilbildnis Dietrichsteins in zeitgenössischer Tracht ein, die lateinische Inschrift vermeldet die Erneuerung der verfallenen Schlossbergbefestigung im Jahre 1523.

Die seitlichen Ornamentpilaster zeigen die Wappen Dietrichsteins und seiner Gemahlin Barbara von Rottal, die er am 22. Juli 1515 ehelichte. Diese Verbindung vollzog sich vor dem europäischen Hintergrund der habsburgischen Heiratspolitik: Auf dem sog. „Ersten Wiener Kongress“ einigten sich Kaiser Maximilian I. und König Ladislaus II. von Ungarn und Böhmen auf die Verheiratung eines der beiden Enkel Maximilians mit der Prinzessin Anna von Ungarn sowie die Verheiratung von Ludwig von Ungarn (gefallen 1526 bei Mohács gegen die Osmanen) mit Maximilians Enkelin Maria.

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