Christus auf der Weltkugel, 18. Jh.

Die Kleinplastik des Rokoko behandelt selbst sakrale Themen mit großer Eleganz. Bevorzugtes Material ist Buchsbaumholz, das dafür bereits im 17. Jahrhundert gerne verwendet wurde. Die vermutlich um 1750 geschaffene  Statuette ist von außergewöhnlicher Qualität und zeigt Christus in der Rolle des „Salvator mundi“ (Weltenerlöser), der jedoch jegliche Strenge und entrückte Hoheit abgehen. Mit ihrem raffinierten Schwung erinnert die tänzelnde Figur an die Porzellanplastik, die in dieser Zeit ebenfalls einen Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht. 

 

Der Bildhauer ist vermutlich Joseph Straub (1712-1756). Er gehörte einer bedeutenden schwäbischen Künstlerfamilie des 18. Jahrhunderts an, deren bekannteste Mitglieder seine Brüder Philipp Jakob und Johann Baptist waren. Während Johann Baptist zu einem Hauptmeister des bayerischen Rokoko in München aufstieg, prägten Philipp Jakob und Joseph die steirische Bildhauerkunst im Spätbarock. Die Grazer Statuette stammt aus der Kartause von Seitz/Zice bei Cilli/Celje in der ehemaligen Untersteiermark. Als Gegenstück ist eine Marienstatuette von ähnlicher Eleganz hinzu zu denken. So wird ein traditionelles Thema, die „sacra conversazione“ (= „heiliges Gespräch“ zwischen zentralen Gestalten der christlichen Überlieferung), aufgegriffen und in die gezierte Formensprache der Zeit übertragen.

 

 

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Museum im Palais

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