Bestattung Kada

1876 gründet Matthias Kada I. eine Bau- und Möbeltischlerei in Leibnitz. Als Tischlermeister fertigte er – wie damals üblich – auch Holzsärge an. Später erweiterte er sein Angebot mit Metallsärgen aus Böhmen. Das Bestattungsgewerbe war damals noch sehr jung, die nächstgelegenen Bestattungsunternehmen befanden sich damals in Graz und Marburg. 1902 sucht Matthias Kada I. schließlich um eine Konzession für das Bestattungsgewerbe an. Ein Jahr darauf können er und seine Ehefrau Margaretha das erste Bestattungsunternehmen in Leibnitz eröffnen.

1910 bietet die Firma Kada erstmals die Feuerbestattung an. Im Bundesgebiet des heutigen Österreich gab es damals noch keine Feuerhallen, die Einäscherungen mussten in Gotha, Jena oder Zittau durchgeführt werden. Im selben Jahr wird ein Vertrag mit der „Städtischen Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Lebens- und Renten-Versicherungsanstalt“ über „Begräbnis-Versicherungen“ abgeschlossen. Fortan konnten auch in Leibnitz „Bestattungs-Vorsorgeversicherungen" abgeschlossen werden. Nach dem Tod von Matthias Kada I. übernahm sein Sohn Matthias Kada II. den Betrieb. Während des zweiten Weltkrieges führte er den Betrieb mit seiner Tochter Gisela, da sein Sohn Odo einrücken musste und erst 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehren sollte. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage nach Kriegsende erhält die Firma von den Briten ein ehemaliges Wehrmachtsfahrzeug zugeteilt, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

 

1956 übernimmt Odo Kada den Betrieb seines Vaters und erwirbt die Konzession für die Ausübung des Bestattungsgewerbes auch in Lebring/St. Margarethen, Wildon und St. Georgen an der Stiefing. 1982 übergibt er den Betrieb an Sohn Rudolf Kada. Als Bestattung mit eigener Tischlerei stellt die Firma Kada nach wie vor einen großen Teil der Särge selbst her.

 

Anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums 2003 veranstaltete die Firma Kada in Zusammenarbeit mit „Kultur in Leibnitz“ eine vielbeachtete Sonderausstellung in der Galerie Marenzi über die Geschichte der Bestattung in Leibnitz. Diese Ausstellung wurde von Thomas Kada kuratiert, der uns auch die fotografischen Aufnahmen aus seiner speziellen und reichhaltigen Sammlung zur Verfügung gestellt hat. Wer mehr über die Geschichte des Bestattungsgewerbes in Österreich oder zur soziokulturellen Diskussion über die Feuerbestattung um 1900 erfahren möchte, sollte unbedingt einen Blick auf www.bestattungkada.at werfen.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So, Feiertag 10 - 17 Uhr

 

22. April
10. Juni

24. bis 25. Dezember
31. Dezember