Sorger – der Salami- und Rohwurstmeister aus Frauental

Die über 100-jährige Unternehmensgeschichte der Sorger Wurst- und Schinkenspezialitäten GmbH – Gasthof Sorger beginnt mit den beiden aus bäuerlichen Verhältnissen stammenden Eheleuten Georg und Josefa Sorger. Firmengründer Georg Sorger, geboren 1877 in Stammeregg bei Eibiswald, heiratete im Jahre 1901 die ebenfalls in Stammeregg 1880 geborene Josefa Mally.

 

Der äußerst vielseitige Georg Sorger war ein mit mehreren Berufen vertrauter Mann. Er war Bauer, Dreher und Werksmeister in den Radwerken in Eibiswald, gelernter Tischler und schlussendlich auch noch Fleischhauer und Gastwirt. Seine Ehefrau Josefa hatte zuvor den Beruf einer Hotelköchin im seinerzeit renommierten Grazer Hotel Schimmel-Gollner erlernt.


Georg und Josefa Sorger machten zunächst Station in Schwanberg, wo sie den heutigen Gasthof Totz pachteten, ehe sie sich 1904 am heutigen Standort in Frauental an der Laßnitz niederließen. Bis 1906 führten sie hier das ehemalige Restaurant der k. k. Messingfabrik als Gasthof und später auch als Fleischhauerei. Nach der Schließung der k. k. Messingfabrik erwarb Georg Sorger das leerstehende Gebäude der ehemaligen Drahtzieherei. Damit beginnt 1907 die offizielle Firmengeschichte der Fleischer- und Gastronomenfamilie Sorger. Vor dem Gasthaus befanden sich in der ersten Woche nur ein Tisch, zwei Sessel und ein Fass Wein, da das Gebäude erst renoviert werden musste. 1909 erhielt Georg Sorger die offizielle Bewilligung einer Fleischerei und Selchanlage, die Bewilligung zum Betrieb des Gast- und Schankgewerbes sowie zum Betrieb von Wein- und Mosthandel. Die Fleischermeisterprüfung legte Georg Sorger im Jahre 1912 ab, 1921 wurde ihm von der BH Deutschlandsberg die Legitimation für den Handel mit Fleisch- und Selchwaren an Wiederverkäufer erteilt.


Nach dem Tod des Firmengründers 1932 übernimmt Sohn Ferdinand mit Gattin Franziska den gesamten Betrieb. Als erster Großkunde konnte die Firma Meinl gewonnen werden, in deren Filialen Sulmtaler Krainer, Haussalami, Schinkenwurst und Braunschweiger aus dem Hause Sorger angeboten wurden. Konnte man vor dem Zweiten Weltkrieg noch sechs bis acht Mitarbeiter beschäftigen, waren es in Kriegszeiten nur noch ein Fleischer und eine Köchin. Ferdinand Sorger wurde in der NS-Zeit wegen angeblich illegalen Schlachtens für eineinhalb Jahre in der Karlau inhaftiert. Gleich nach Kriegsende begann er wieder mit der Verarbeitung und Auslieferung von Fleisch- und Wurstwaren.


Anfang der 1950er-Jahre wurden die Bestellungen mit einem Lkw – zwar mit Plane, aber noch ohne Kühlung ausgeführt. 1952 begann der jetzige Firmenchef Ferdinand Sorger im elterlichen Betrieb als Lehrling, nach einem Volontariat in Niederbayern kehrte er 1958 nach Frauental zurück. Wöchentlich wurden damals 50 bis 60 Schweine und bis zu 8 Rinder geschlachtet, der Betrieb beschäftigte insgesamt 30 Mitarbeiter. Ende der 1950er-/Anfang der 1960er-Jahre zählten ADEG mit Niederlassungen in Bruck, Leoben, Judenburg, Murau, Liezen und Spittal an der Drau sowie sämtliche MEINL-Filialen in Österreich und KONSUM-Märkte in der Steiermark zu den Großhandelspartnern. 1975 übernahm Ferdinand Sorger mit Gattin Gertrude den Betrieb, heute ist auch Sohn Ferdinand Sorger jun. eine wichtige Stütze im erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten steirischen Traditionsunternehmen.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
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