Standarte

Standarten und Fahnen entwickeln sich aus Stammes- und Feldzeichen. Die rechteckige Standarte war zunächst Zeichen berittener Truppen. Die Fahne wurde im Kampf von den Fußtruppen getragen. Beide waren Orientierungspunkte im Kampf. Gleichzeitig waren sie ein symbolisch aufgeladenes Zeichen einer Gruppe. Sie wurden geweiht und auf sie wurden Eide geleistet. Ihre besondere Stellung drückt sich auch durch deren besonders kunstvolle Herstellung aus.

 

Herstellung

Für diesen Film untersuchte die Restauratorin Renate Einsiedl eine gestickte Standarte aus unserem Depot und zeigt die wesentlichen Arbeitsschritte der Goldstickerei.

 

Aussterben und Verschwinden

Fahnen- und Standartenstickerei als Beruf ist heute in Vergessenheit geraten. Nur noch wenige Sticker und Stickerinnen sind in ihrem Beruf aktiv. Sie erfüllen vielfach eine Doppelfunktion: Maler/in für die Mittelbilder und Sticker/in für die umgebende Zier. Der Arbeitsvorgang nimmt viel Zeit in Anspruch. Die Herstellung einer handbemalten und gestickten Standarte oder Fahne kann bis zu einem Jahr dauern. Der Arbeitsschwerpunkt liegt heute auf dem Konservieren und Restaurieren alter Standarten und Fahnen. Als Gegenstände des Gebrauchs bei Prozessionen, Festzügen und als Schmuck sind sie den Belastungen durch die Umwelt ausgesetzt. Die Herstellung erfolgt heute meist in Fabriken. Dies gilt auch für die Produktion von Einzelstücken, die an Stickmaschinen entstehen.

Foto: UMJ/N. Lackner

Museum für Geschichte

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Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

26. Dezember
2. April 2018
1. Mai 2018
21. Mai 2018

24. bis 25. Dezember
24. bis 25. Dezember 2018