Schmuck aus Menschenhaar

Produkte aus menschlichem Haar waren vor allem im 19. Jahrhundert modisch. Bilder, Uhr- und Armbänder, Halsketten, Ohrringe und andere Accessoires wurden aus Haar gefertigt. Sie erinnerten an enge Freundschaften, an den geliebten Partner oder die Partnerin und als Trauerschmuck an die vermissten Verstorbenen. Das Haar symbolisierte die Nähe zu einem ganz bestimmten Menschen.

 

Herstellung

Um aus menschlichem Haar Schmuck zu flechten, wurde das entnommene Haar mit einer feinen Bürste geglättet und gewaschen. Daraufhin wurden die Haare in einzelne Stränge zusammengefasst. Die Haarzahl pro Strang konnte variieren. Die Haarlänge lag meistens bei 40 cm. Bei Bedarf konnten die Stränge auch verlängert werden. Geflochten wurde nach einer Art Musterbrief mit einer Zeichnung der Anfangsposition und dazugehöriger Arbeitsvorschrift. Die Wahl der Flechtart orientierte sich am herzustellenden Objekt. Nach dem Flechten wurden die Enden zusammengeknotet, in Wasser gekocht und dann getrocknet. Im letzten Schritt wurden die losen Enden der Geflechte mit Schellack fixiert und mit einer gewünschten Fassung versehen.

 

Erinnern durch Spenden

Weil dem menschlichen Haar auch magische Eigenschaften zugesprochen wurden, war sorgsamer Umgang dringend geboten. Als Spender oder Spenderin kam nicht jede/r infrage: Das Haar von einer bereits Toten konnte Unglück bringen und das Haar eines schönen Fremden konnte kaum der Erinnerung an den Geliebten dienen.

 

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
F +43-316/8017-9849
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

26. Dezember
2. April 2018
1. Mai 2018
21. Mai 2018

24. bis 25. Dezember
1. Jänner 2018
24. bis 25. Dezember 2018