Schlösser

Der Schlosser zählte schon vor der Industrialisierung zu den metallverarbeitenden Berufen. Seine Arbeiten umfassten dabei ein weites Feld. Neben Gittern und Metalltruhen stellte er auch Aushängeschilder für Läden her. Hauptsächlich produzierten Schlosser jedoch Schlösser und Schlüssel. Seit dem Mittelalter stieg der Umlauf des Geldes und somit das Verlangen, es sicher aufzubewahren. Behälter und Zugänge mit immer aufwendigeren Mechanismen wurden gebaut, um Unbefugten den Zugriff zu erschweren. Die Herstellung solcher Schlösser wurde zu einem eigenen Zweig mit hohem kunsthandwerklichen Anspruch.

 

Herstellung

In vorindustrieller Zeit musste jedes Einzelteil eines Schlosses von Hand geschmiedet werden. Zuerst wurde der Schlüssel hergestellt. Er bestimmte die Gestalt und die Stellung der meisten anderen Elemente. Für das Schmieden wurden Eisenblechstücke oder gestreckte Stangen verwendet. Durch Hämmern wurden diese in Form gebracht. Mithilfe von Feilen erfolgte die Feinarbeit. Alle Elemente des Schlosses wurden mit Nieten und Schrauben auf einem viereckigen Blech befestigt.

 

Wissen weitergeben

Die Handwerksordnung regelte die Ausbildung der Schlosser: Die Lehrzeit begann mit 12 bis 14 Jahren und dauerte bis zu vier Jahre lang. Voraussetzungen waren die eheliche oder zumindest legitimierte Geburt und die Entrichtung einer Gebühr an die Zunft. Nach dem Ende der Lehrzeit wurde der Lehrling „freigesprochen“. Um Meister zu werden, musste ein Geselle drei Jahre lang auf Wanderschaft gehen. In dieser Zeit lernte er bei unterschiedlichen Meistern und erweiterte so sein Wissen und seine Fähigkeiten. Anschließend musste er noch zwei Jahre lang bei zwei unterschiedlichen Meistern arbeiten. Die Ausbildung wurde mit einem Meisterstück abgeschlossen. Häufig wurde dabei der Bau eines Kapellen-Eingerichtes gefordert.

 

Museum für Geschichte

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Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

26. Dezember
2. April 2018
1. Mai 2018
21. Mai 2018

24. bis 25. Dezember
1. Jänner 2018
24. bis 25. Dezember 2018