Gebrauchskeramik

Der wachsende Bedarf an Gefäßen aller Art verlangte nach einer modischen, jedoch preiswerten Alternative zu Porzellanartikeln. Seit dem 18. Jahrhundert waren das Steinguterzeugnisse. Durch ihre schlichten Formen entsprachen sie dem Zeitgeschmack. Zugleich waren sie preislich erschwinglich. Unser Krug aus der Sammlung des Museums ist mit einer Preisliste versehen. Sie zeigt, wie viel einzelne Produkte der Weißgeschirrfabrik Karlau in Graz gekostet haben. Die meisten Preise variieren zwischen 8 und 20 Kronen. Zur gleichen Zeit kostete eine Mahlzeit in einem Gasthaus zwischen 10 bis 20 Kronen.

 

Herstellung

Gebrauchskeramik wird aus Ton sowie einer geringen Menge an Quarz und Feldspat gebrannt. Um den Schmelzpunkt zu erhöhen, wird Kaolin beigefügt. Die zerriebenen Rohstoffe werden durch Zusatz von Wasser vermischt. Die Masse kann sowohl von Hand auf der rotierenden Tonscheibe geformt als auch in Formen gegossen werden. Die luftgetrockneten Stücke werden dann in den Brennofen gebracht. Der erste Brand erfolgt bei einer Temperatur von 1200 bis 1300 °C. Dem folgen Dekorieren und anschließendes Glasieren. Als Glasur dient ein flüssiges Gemisch aus Menninge, Borax, Sand und Kaolin, das durch Eintauchen oder Besprühen aufgebracht wurde. Der zweite Brand erfolgte bei einer geringeren Temperatur von 1000 bis 1100 °C.

 

Anpreisen und Verkaufen

Im Produktionsprozess steht das Bewerben der Erzeugnisse an letzter Stelle. Es gilt, die Aufmerksamkeit zu erhöhen und sich auf dem Markt gegenüber der Konkurrenz zu etablieren. Die Grazer Steingutfabrikanten Vinzenz Dietrich und Jakob Reinholz machten Werbung mit Zeitungsannoncen. So versicherten sie in der „Grazer Zeitung“ am 30. März 1816, dass „das Geschirr gut in der Glasur, wie auch dauerhaft in ihrem Gebrauche“ sei. Auch verwiesen sie darauf, dass sie die „Preise stets nach aller Thunlichkeit auf das niedrigste regulieren“ und dass sie sich durch „zahlreichen Zuspruch und Abnahme“ auszeichnen. Damit „nicht anderes Geschirr für das ihrige verkauft wird“, wurde jedes ihrer Produkte mit ihren Initialen versehen.

 

Foto: UMJ/N. Lackner

Museum für Geschichte

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8010 Graz, Österreich
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Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

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