Flohfallen

Die allgegenwärtige Flohplage belegt schon die Literatur, etwa das Trinklied der Studenten in „Auerbachs Keller“ in Goethes „Faust“ und Clemens von Brentanos „Baron von Hüpfenstich“.

Die Flohfalle wurde als Mittel gegen die Quälgeister verwendet. Sie wurde dem Auge verborgen unter der Kleidung getragen. Menschenblut diente als Lockstoff im Inneren der Falle. Weitere Lockmittel waren in Honig bzw. Sirup getränkte Leinwand oder Wolle.

Herstellung

Die Flohfallen wurden aus Bein, Elfenbein oder Buchsbaum gedrechselt. In das Gehäuse wurden kegelförmige Löcher gebohrt, die den Flöhen das Eindringen erlaubten, aber das Entkommen erschwerten. Die Flohfalle besaß ein Schraubgewinde, um das Öffnen und Schließen zu ermöglichen. 

Erleiden und Erfinden

Wie sollte man Flöhe am besten loswerden? Im 16. und 17. Jahrhundert waren in höheren Kreisen „Flohpelze“ aus Zobel-, Marder-, Iltis- oder Wieselfell beliebt. Man glaubte, dass die Flöhe sich dort wohler fühlten als auf der menschlichen Haut.

Im 18. Jahrhundert wurden Flohfallen erfunden. Der Mediziner und Naturforscher Franz Ernst Brückmann beschreibt 1727 so eine „curieuse Floh-Falle“ als eine „nutzbahre Machine.“

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
F +43-316/8017-9849
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

26. Dezember
2. April 2018
1. Mai 2018
21. Mai 2018

24. bis 25. Dezember
24. bis 25. Dezember 2018