Gasthausschild „zur Ungarischen Krone“

Das Wirtshaus, zu dem dieses Schild gehörte, bestand seit dem Jahr 1586 und befand sich einst in der Landhausgasse, die eine Zeit lang sogar nach der dort gelegenen Gaststätte „Crongassl“ genannt wurde. Damit gehörte das Wirtshaus „zur Ungarischen Krone“ zwar zu den älteren, aber bei Weitem nicht zu den ältesten Gasthäusern in Graz, deren urkundliche Spuren bereits seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar sind. In jener Zeit war allerdings im Prinzip jeder Bürger, der Räume für die Bewirtschaftung und Unterbringung der Gäste und ihrer Reittiere zur Verfügung hatte, berechtigt, eine Gastwirtschaft zu betreiben. Ein Recht, das von vermögenden Bürgern ebenso gerne in Anspruch genommen wurde wie der freie Weinausschank, bei dem allerdings lediglich der selbstangebaute Wein verkauft werden durfte.

Als öffentliche Orte waren Gaststätten oftmals Schauplatz und Handlungsort, Informationsbörse und erweitertes Wohnzimmer. In Wirtshäusern wurden sowohl Verkaufs- und Einkaufsverhandlungen geführt, als auch gelungene Geschäfte gefeiert. Gaststätten konnten in Zeiten politischer Anspannung aber auch zu Orten der Politik werden. Wie die Bierhallen und Gasthöfe der Murvorstadt, die bei der Entstehung einer organisierten Arbeiterbewegung eine große Rolle spielten.

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

24. bis 25. Dezember