Unter fremdem Himmel. Aus dem Leben der GastarbeiterInnen des ehemaligen Jugoslawien

Eine Ausstellung von Verein JUKUS

11.11.2016-07.01.2017


Eröffnung: 10. November, 18 Uhr
Kuratiert von: Joachim Hainzl, Handan Özbaş

Ort: Museum im Palais, Erdgeschoss


 

Am Ausbau unserer Straßensysteme und Infrastruktur, die zur Modernisierung Österreichs beitrugen, waren jugoslawische Arbeitskräfte mitbeteiligt. Obwohl das 1966 zwischen Österreich und Jugoslawien abgeschlossene Anwerbeabkommen eine organisierte Anwerbung durch Firmen vorsah, kam die Mehrzahl der Arbeitssuchenden auf eigene Initiative  hierher, wo die boomende Wirtschaft sie mit offenen Händen willkommen hieß.

 

Zwar war der Anteil jugoslawischer Arbeitsmigrantinnen und -migranten in der Steiermark eher gering. Dennoch gründeten sie in den 1970er-Jahren in Graz, Kapfenberg und Leoben Sport- und Kulturvereine. Noch gut erinnern können sich die ehemaligen Funktionäre bzw. die ehemalige Funktionärin Meho und Ružica Sažić und Niki Ivković an die Arbeitersportspiele, welche der Bundesdachverband der jugoslawischen Klubs jedes Jahr in einem anderen Bundesland organisierte. Daneben kümmerten sich kirchliche Einrichtungen um die Beschäftigten, etwa der Grazer „Gastarbeiterbetreuungsverein“ oder Begegnungszentren, die auch von Milica und Andreas Pokrivka besucht wurden. Der Sensibilisierung der Mehrheitsgesellschaft für die ausländischen Mitmenschen widmete sich die „Überdiözesane AG für Gastarbeiterfragen“ (ÜDAG).

 

Einen Schwerpunkt der von JUKUS gestalteten Wanderausstellung „Unter fremdem Himmel“ (die nach Wien und Graz noch in Klagenfurt und Kapfenberg gezeigt wird) stellen die Erzählungen ihrer Kinder dar, wie jene von Nina Krasnić und Claudia Kummer. Wie erlebten sie als „Gastarbeiterkinder“ das Aufwachsen in mehreren Kulturen und ihren sozialen Aufstieg in Österreich?

 

Und heute? Viele der Arbeitsmigrantinnen und -migranten sind in der Steiermark geblieben, haben ihre Familien nachgeholt oder hier gegründet. Nicht wenige leiden im Alter an den gesundheitlichen Folgen der damals harten körperlichen Arbeit. Viele  führen weiterhin ein Leben in zwei Heimaten und fühlen sich hinsichtlich ihrer Beheimatung, so wie Fabian Budimir, als Zerrissene.

 

 

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation als Sammelband in deutscher Sprache, u. a. mit Fachbeiträgen von Sanja Banjeglav, Ljubomir Bratić, August Gächter, Bettina Gruber, Sylvia Hahn, Irina Lepenik-Karamarković, Verena Lorber, Viktorija Ratković, Karin Maria Schmidlechner, Regina Wonisch sowie der Kuratorin bzw. dem Kurator der Ausstellung.

 

JUKUS leistet seit über zehn Jahren einen Beitrag zur inter- und soziokulturellen Arbeit in Graz und in der Steiermark. 


http://www.jukus.at

http://www.gastarbeit.at

Aus dem Programm

Do 10.11.

18:00

Veranstaltung, Eröffnung

> Museum für Geschichte

Mi 16.11.

18:00

Wo bleibt die Migrationsgeschichte in den Museen?

Veranstaltung, Diskussion> Museum für Geschichte

Veranstaltung, Diskussion

> Museum für Geschichte

Sa 19.11.

14:00

Veranstaltung, Exkursion

> Museum für Geschichte

Mi 30.11.

18:00

Veranstaltung, Diskussion

> Museum für Geschichte

So 18.12.

15:00

Kurzfilm Screening

Veranstaltung, Film> Museum für Geschichte

Veranstaltung, Film

> Museum für Geschichte