3. Was tut ein Ritter?

Schwert und Lanze, Pferd und Rüstung … kein anderer Menschentypus der mittelalterlichen Lebenswelt vermittelt uns eine so eingängige Vorstellung wie der adelige Ritter.

An diesem Klischee ist ein Gutteil Wahrheit. Der Waffendienst bildet den Kern der ritterlichen Existenz: „Tu protege – du schütze“, so lautet die „Arbeitsplatzbeschreibung“ des Ritters. Dafür braucht er ein Pferd, dafür trainiert er von Jugend an den Umgang mit Waffen. Beides hebt ihn von den übrigen gesellschaftlichen Gruppen ab. Zum Waffendienst verpflichtet ist der Ritter gegenüber seinem Landesfürsten. Dieser gibt ihm Ländereien zur persönlichen Nutzung weiter. Dafür leistet er Heeresfolge: Im Kriegsfall steht er mit seinen Untertanen in Waffen bereit.

Der Ritterstand ist keine homogene Gruppe. Bereits im 12. Jahrhundert zeichnet sich eine Klasse ab, zu der u. a. die Liechtensteiner, Wildonier oder Stubenberger zählen und die sich in die Landespolitik einbringen. Unter ihnen stehen die „minderen Dienstmannen“ und „ritterlichen Eigenleute“ mit weniger Land, Rechten und Einfluss. In die Geschichte eingegangen sind die Ritter auch mit dem Turnierwesen, in dem sie ihre Waffenfertigkeit öffentlich vorführen.

Im 12. und 13. Jahrhundert treten sie auch als Minnesänger und damit Träger der höfischen Kultur in Erscheinung, unter ihnen Ulrich von Liechtenstein. 

„Leobener Helm“
Datierung: 
14./15. Jahrhundert

Kettenhemd
Datierung: 
um 1500


Schwert aus Dornau/Halbenrain
Datierung: 
14. Jahrhundert

Besitz: Alle Objekte Landeszeughaus
 

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