24. Warum werden Zeughäuser gebaut?

Die Zeit vom 15. bis in das frühe 18.Jahrhundert ist in der Steiermark durch anhaltende bewaffnete Überfälle und kriegerische Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich und ungarischen Rebellen geprägt.

 

Aus diesem Grund beauftragen die steirischen Landstände, die Vertretung der Stände gegenüber dem Landesherrn, Mitte des 17.Jahrhunderts den Bau des Zeughauses in der Grazer Herrengasse. Als Waffendepot stellt es die wichtigste „Ausrüstungszentrale“ im Südosten des habsburgischen Reiches dar. Von hier aus wird die Windische Militärgrenze beliefert: ein circa 70km breites, nahezu entvölkertes Grenzterritorium im heutigen Kroatien mit Festungen und Wehrbauten. Auf der anderen Seite liegt das Osmanische Reich, das sich seit Beginn des 16.Jahrhunderts auch über große Teile Ungarns und Kroatiens erstreckt.

 

Zeughäuser entstehen in der Frühen Neuzeit als spezieller Gebäudetypus. Ihre Architektur ist darauf ausgerichtet, möglichst viele Waffen aufzunehmen – in Graz waren es zu Spitzenzeiten knapp 190.000. Aus der Bauzeit wissen wir, dass mehr als 100 Handwerker, Fuhrleute, Flößer und Taglöhner an der Entstehung des Gebäudes beteiligt waren und u.a. 1997 Fuhren Sand, 598.600 Mauerziegel, 56.600 Dachziegel und 1836 Bodenbretter verbaut wurden. 764,5 Startin (das entspricht rund 433.000 Litern) Kalk als Bindemittel, 94.600 Nägel und 764 Klampfen halten die Baumaterialien zusammen.

Modell Landeszeughaus Graz, Landeszeughaus

Modell Landeszeughaus, Graz
Besitz: Landeszeughaus

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