12. In welchem Verhältnis stehen Mensch und Tier?

Tiere werden im Mittelalter nach ihrem Nutzen für den Menschen bemessen: Tiere sind Ware, vornehmes Geschenk, Statussymbol, Arbeitsgerät, Jagdbeute oder existenzsichernder Besitz.

 

Als Zuchttier dominiert in der mittelalterlichen Steiermark lange Zeit das Schaf. Da es weniger Futter benötigt, ist es rentabler als das Rind und liefert bereits nach einem Jahr Wolle, Milch für die Käseerzeugung und Fleisch. Die Rinderzucht wird erst im 13.Jahrhundert in den gebirgigen und für den Ackerbau wenig geeigneten Regionen vorherrschend. Als Fettlieferant ist das Schwein weit verbreitet, dessen Fleisch man durch Selchen haltbar machen kann. Ebenfalls häufig sind Hühner, wohingegen Gänse vornehmlich im Unterland und in der Mittelsteiermark gehalten werden.

 

Das Pferd ist in Landwirtschaft und Gewerbe vor allem als Zug- und Lasttier im Einsatz. Die Anfänge der Pferdezucht liegen im herrschaftlichen Umfeld. Als Reittier lange dem Adel und der hohen Geistlichkeit vorbehalten, hat das Pferd als Streitross auch im militärischen Bereich große Bedeutung. Speziell gezüchtet und trainiert, übertrifft sein Wert den eines Lastpferdes um ein Vielfaches. Auf die Funktion des Pferdes als Reittier verweisen die gezeigten Objekte: Hufeisen, Trensen, Steigbügel und Sporen.

Hufeisen
Datierung: 13.-17. Jh.
Besitz: Kulturhistorische Sammlung

Steigbügel
Datierung: 13.-17. Jh.
Besitz: Kulturhistorische Sammlung

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