10. Was verrät die Heiligenverehrung über die Vorstellung von Gott und der Welt?

Die Menschen im Mittelalter sind Naturgewalten, Krankheiten und Gewalt oft schutzlos ausgeliefert. Beistand und Hoffnung verspricht die Religion. Der direkte Zugang zur Bibel ist den Gläubigen, die zumeist nicht lesen und kein Latein können, verwehrt.

 

Und der Glaube an Gott allein, der vielfach als strafender Gott empfunden wird, genügt ihnen nicht. Der Glaube verlangt nach Substanziellem und Greifbarem. Anschaulich wird das Christentum in Messfeiern und religiösen Riten. Konkret wird seine Kraft in den Wundern der großen Heiligen. So werden ihre Grabstätten und Reliquien im Rahmen von Wallfahrten aufgesucht, um Ablass, Schutz und Beistand zu erbitten.

 

Vor diesem Hintergrund entsteht Mitte des 12.Jahrhundert der heute bedeutendste Wallfahrtsort Österreichs: Mariazell. Der Überlieferung nach errichtet ein Mönch in dieser Zeit eine erste Kapelle um die bis heute verehrte spätromanische Statue der Gottesmutter, die ihm einen zuvor durch einen Felsen versperrten Weg geöffnet haben soll.

Schrein mit Kopie des Mariazeller Gnadenbildes
Datierung:
um 1700
Besitz: Kulturhistorische Sammlung

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